Search

Your search for 'dc_creator:( "Walde, Christine (Basel)" ) OR dc_contributor:( "Walde, Christine (Basel)" )' returned 84 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Melpomene

(109 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Μελπομένη, lat. Melpomena; sprechender Name: “singend”; vgl. Diod. 4,7: M. wegen der Melodie, die auf die Hörer einwirkt). Eine der neun Musen (Hes. theog. 77). Von Acheloos [2] ist sie die Mutter der Sirenen (Apollod. epit. 7,18). Über lange Zeit ist M. die unspezifischste und am seltensten erwähnte Muse. Sie wird als Patronin der Trag., bes. der lyrischen Chorpartien, angesehen und mit Theatermaske u.ä. abgebildet (vgl. Anth. Lat. 664). Bei Horaz (Hor. carm. 1,24; 3,30; 4,3) jed…

Kentauros

(72 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Κένταυρος). [English version] [1] Vater der Kentauren Nach Pind. P. 2,21ff. Sohn des Ixion und der Nephele (der vermeintlichen Hera). K. zeugt mit den Stuten vom Pelion die Kentauren (Diod. 4,70). Walde, Christine (Basel) [English version] [2] Schiff Bei Vergil (Aen. 5,122; 10,195) Name eines Schiffes mit dem Bild eines Kentauren. Walde, Christine (Basel) [English version] [3] Sternbild Das Sternbild K., üblicherweise mit Chiron oder Pholos identifiziert. Walde, Christine (Basel)

Lavinia

(268 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(griech. Λαῦνα). Name zweier Frauengestalten, die mit der Aeneas-Sage (Aineias) verknüpft sind. [English version] [1] Tochter des Anios Tochter des Anios, des Priesterkönigs von Delos zur Zeit des Troianischen Krieges (Dion. Hal. ant. 1,59,3), die Aeneas heiratet (Ps.-Orig. 9,2,5) und ihn später als Seherin auf seine Irrfahrten begleitet. L. stirbt an der Stelle, an der Lavinium erbaut wird (Isid. orig. 15,1,52). Walde, Christine (Basel) [English version] [2] Tochter des Latinus und der Amata Tochter des Latinus und der Amata, die nach dem Tode des Bruders einzige Th…

Musen

(1,329 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(griech. Μοῦσαι, lat. Musae; Camenae: s.u.; Etym. umstritten [3. 7f.]; ant. Lösungsversuche, z.B. Plat. Krat. 406a; Diod. 4,7,3-4; Etym. m. 589,40; weiteres [3. 5f.]). [English version] A. Allgemeines Die M. sind ein Spezifikum der Rel. und des kulturellen Selbstverständnisses der Griechen. Fern davon, nur Personifikationen der Künste zu sein, sind sie vielmehr Ausdruck der ausschließlich dem Menschen vergönnten Fähigkeit zur Selbstreflexion und Verortung im Geschichtsprozeß. Als Göttinnen der memoria (der Erinnerung und der Erinnerungsme…

Kerberos

(313 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κέρβερος, lat. Cerberus). Zum Standardrepertoire der griech.-röm. Unterwelt gehöriger Wachhund, der unbefugtes Betreten oder Verlassen des Totenreichs anzeigt und verhindert. Oft erscheint er an der Seite von Hades und/oder Persephone. In hell. Zeit wurde K. in veränderter Gestalt auch dem Gott Sarapis beigesellt (Macr. Sat. 1,20,13-14). Erstmals, allerdings ohne Namen und nähere Beschreibung, wird K. bei Homer in Zusammenhang mit dem Unterweltsabenteuer des Herakles erwähnt (Hom. Il. 8,366ff.; vgl. Od. 11, 623ff.). Erste N…

Mnemosyne

(262 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Μνημοσύνη, lat. Moneta; Liv. Andronicus, Odusia fr. 21 Morel-Büchner-Blänsdorf). Göttin der Erinnerung (vgl. Mneme). M. gehört als Tochter des Uranos und der Gaia zur ältesten Titanengeneration (Hes. theog. 135), die kosmische und soziale Gegebenheiten verkörpert. Sie ist von Zeus, dem sie neun Nächte beiwohnt, Mutter der neun Musen, die den Menschen Freude und temporäre Unbeschwertheit bringen (Hes. theog. 54ff.; Pind. N. 7,15; Pind. I. 6,75). Die Parallelen mit anderen Geliebten…

Imbrios

(45 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Ἴμβριος). Sohn des Mentor aus Pedaion, der die Priamos-Tochter Medesikaste zur Frau hat und seit Beginn des troian. Krieges bei seinem Schwiegervater wohnt. Er wird beim Kampf um die Schiffe von Teukros getötet (Hom. Il. 13,170ff.; Paus. 10,25,9). Walde, Christine (Basel)

Reiseliteratur

(438 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Unter den Begriff R. fallen heterogene lit. Produkte, die zu - z. T. ihrerseits nicht klar umrissenen - Kategorien wie Reisebericht, Reisebeschreibung (Reiseführer, Reisehandbücher) bzw. Reiseroman gehören. Vorläufer der mod. Reiseführer und -handbücher sind z. B. die griech. peri(h)ēgḗseis ( periēgḗtēs , vgl. z. B. Pausanias [8], Herakleides [18]), und Meereskarten mit Küstenbeschreibung ( períplus ). Strenggenommen ist ein Reisebericht - ohne Bewertung der ästhetischen Qualität - die Darstellung einer authentischen Reise unter Einbe…

Mneme

(111 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Μνήμη, lat. Memoria). In lit. Quellen ab Anfang der hell. Lit. erwähnte personifizierte Erinnerung, deren Gegenstück Lethe ist (Anth. Pal. 10,67). M. ist weitgehend mit Mnemosyne (Phil. de plantatione 129 Wendland) identisch, entwächst aber selten der Abstraktheit (vgl. Homer-Relief des Archelaos [9] von Priene, auf dem sie neben Physis, Arete, Pistis und Sophia abgebildet ist [1]). In Askra wurde sie vom Kultverein der Aloaden zusammen mit Melete (“Eifer”) und Aoide (“Gesang”) al…

Saenianus

(64 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Röm. Rhetor der frühen Kaiserzeit, dessen Herkunft und Lebensumstände im dunkeln liegen. Seneca d. Ä., dem wir die wenigen Testimonien verdanken (Sen. contr. 5,2; 7,5,10; 9,2,28; Sen. suas. 2,18), brandmarkt ihn mit Verurteilungen wie “verrückt”, “schwachsinnig” und “geschmacklos”. Abgesehen davon, daß hier persönliche Abneigung im Spiel sein dürfte, scheint S. abstruse, nicht sachbezogene Argumentationen bevorzugt zu haben. Walde, Christine (Basel)

Kyknos

(307 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Κύκνος, lat. Cygnus; “Schwan”). Name mehrerer Heroen, deren Tertium Bezug zu Schwänen ist. Unter diesen sind die wichtigsten: [English version] [1] Sohn des Ares und der Pelopia Sohn des Ares und der Pelopia (Apollod. 2,5,11: der Pyrene), König von Amphanai, Gatte der Themistonoe. K. raubt im Hain des Apollon im thessal. Pagasai nach Delphi reisende Pilger aus und fordert sie zum Wagenrennen auf, das er immer gewinnt (ausführliche Erzählung [Hes.] scut. 57ff.). Er tötet die Verlierer und schmückt mit ihren Schädeln den T…

Carmen de figuris

(119 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Sachgedicht in 185 lat. Hexametern über die Wortfiguren (Figuren) in alphabetischer Reihenfolge, konzipiert als Gedankenhilfe für den Rhetorikunterricht. Rutilius Lupus und Alexandros [25], Sohn des Numenios, sind als Quelle nachweisbar. Pro Figur werden in der Regel drei Z. (griech. Bezeichnung, eine Z. lat. Definition, zwei Z. Beispiele aus griech. und lat. Klassikern) geboten. Der Verf. ist nicht bekannt (der Adressat Messius ist vielleicht Arusianus Messius); auf Entstehung i…

Kerkopen

(233 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κέρκωπες, lat. Cercopes; zu κέρκος, “Schwanz”: “die Geschwänzten”; auch als Schimpfwort verwendet, vgl. Diog. Laert. 9, 114). Die Anzahl und die Namen dieser Söhne der Theia und des Okeanos (Suda s.v. Κέρκωπες) variieren; zumeist treten sie als Paar auf (z.B. Olos und Eurybatos; Akmon/Aklemon und Passalos; Sillos und Tribalos). Als ihre Heimat werden in Kleinasien Ephesos oder auf dem griech. Festland die Thermopylen angegeben. Die K. sind elfenartige, sprichwörtliche Gauner und…

Phosphoros

(140 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Φωσφόρος, “Lichtbringer”; auch Ἑωσφόρος/Heosphoros, “Bringer der Morgenröte”; lat. Lucifer [1], vgl. Cic. nat. deor. 2,53). Bezeichnung des Planeten Venus in seiner Qualität als lichtbringender, den Menschen lieber Morgenstern, der - was früh erkannt wurde - mit dem Abendstern Hesperos identisch ist (Parmenides, 28 A 1 DK; Plat. epin. 987b). In der Myth. blieb man dennoch immer bei der Vorstellung von zwei Sternen: Hier ist Ph. wie Hesperos Sohn der Morgenröte Eos und des Titane…

Kelaino

(76 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Κελαινώ, von κελαινός/“dunkel”, lat. Celaeno). [English version] [1] Geliebte des Poseidon Eine der Pleiaden (Hes. fr. 275,2 Rzach; Ov. fast. 4,173), von Poseidon Mutter des Lykos (Apollod. 3,111; Eratosth. Katasterismoi 23) und des Nykteus (Hyg. astr. 2,21). Walde, Christine (Basel) [English version] [2] eine Harpyie Eine der bei den Strophaden wohnenden Harpyien, die den Aeneaden voraussagt, sie würden vor der Stadtgründung ihre Tische verschlingen (Verg. Aen. 3,209-258; vgl. Val. Fl. 4,453ff.). Walde, Christine (Basel)

Kyklopen

(315 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (griech. Κύκλωπες, Sg. Κύκλωψ, lat. Cyclopes, Sg. Cyclops; Etym. s.u.). Mit K. werden etwa 18 Gruppen oder Einzelfiguren des griech. Mythos bezeichnet, die nicht nur in Abstammung und Lokalisation, sondern auch in äußerer Gestalt und Eigenschaften differieren. Schon in der Ant., zuerst bei Hellanikos (FGrH 4 F 88), wurde eine Systematisierung unternommen und versucht, sie auf einen einzigen Vorfahren, Kyklops, Sohn des Uranos und/oder des Königs von Thrakien (schol. Eur. Or. 965), zurückzuführen. Man unterschied insbes.: 1. die K., die Mykenai befesti…

Parallelismus

(107 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (von griech. παράλληλοι, “nebeneinanderstehend”/“-liegend”). Der P. gehört als Wortfigur der Umstellung (Figuren) wie das Hyperbaton, die Antithese und der Chiasmus zum Redeschmuck ( ornatus). Er bezeichnet (mindestens zwei) koordinierte gleichrangige Satzeinheiten, die sich in einigem und zudem in Abweichung von der normalen Wortstellung aufeinander beziehen (Quint. inst. 9,3,80f.). Sind Silbenzahl der Wörter und Satzlänge identisch, nennt man dies Isokolon, sind sie annähernd gleich, Parison. Zur Unt…

Keteus

(24 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κητεύς). Myth. König in Arkadien, Sohn des Lykaon; nach Pherekydes bei Apollod. 3,7,2 auch Vater der Kallisto. Walde, Christine (Basel)

Pathos

(562 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (πάθος, u.a. “Leidenschaft”, lat. u.a. perturbatio animi, affectus), die Affekterregung als Überzeugungsmittel, nimmt in allen großen ant. rhet. und literaturästhetischen Schriften (Katharsis) eine zentrale Position ein. Erster Referenztext ist die ‘Rhetorik des Aristoteles [6], der die Überzeugung des Publikums durch drei Faktoren zuwege gebracht sieht: durch Ethos (ethische Selbstrepräsentation des Redners), P. (auf die Affekterregung der Zuhörer gerichtete Darstellung des Sachverhalt…

Antithese

(82 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] ἀντίθετον, ἀντίθεσις, contrapositum, contentio, zugeordnet zu Gedankenfiguren und/oder Wortfiguren, aber auch Bestandteil der rhetorischen Argumentation als solcher, insofern für die Theorie sowohl des Ausdrucks (Rhetorik) als auch des Erkennens und Denkens (Dialektik; z. B. bei Heraklit: Gegensatz von Krieg und Frieden) relevant. A. bewirkt semantische Weitung durch kritisch-trennende oder vermittelnde Gegenüberstellung zweier (oder mehrerer) Wörter, Wortgruppen, Sätze oder sogar A…

Iphitos

(120 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Ἴφιτος). Sohn des Eurytos [1] von Oichalia und der Antiope (oder Antioche), der von Herakles getötet wird, weil der Vater und die Brüder (I. ausgenommen: Apollod. 1,128) diesem nicht wie versprochen als Preis für einen Sieg im Bogenschießen Iole zur Frau geben. Die Sage erzählen Hom. Od. 21,14ff. (danach ist der Bogen des Odysseus ein Gastgeschenk I.'), das verlorene Epos Oichalías hálōsis, ferner Soph. Trach. 225ff., Diod. 4,31,2ff. und Apollod. 2,127ff. Nach einer anderen Version kommt I. auf der Suche nach seinen Stuten zur Burg Tiryns…

Figuren

(1,784 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(lat. figura; griech. σχῆμα, schḗma; engl./frz. figure). [English version] A. Überblick F. sind Gestaltphänomene der Sprache jenseits der gramm. Primärstruktur. Sie werden in der Rhet. im Rahmen der elocutio unter der Rubrik ornatus (Schmuck) behandelt und zumeist als Abweichungen vom normalen Sprachgebrauch definiert; schlechte Dosierung stellt einen Ausdrucksmangel dar (Quint. inst. 9,3,3). Die F.-Lehre setzt voraus, daß es ein rohes Gerüst von Argumenten in einfachen Worten gibt, das bekleidet und ausgeschmückt werden muß. …

Kambles

(80 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κάμβλης, auch Κάμβης/Kambes). Myth. König von Lydien. Seine (vielleicht von Feinden durch Gift verursachte) unersättliche Eßgier treibt ihn zum Kannibalismus. Als er im Hungerwahn sogar die eigene Frau aufgefressen hat, was ihm erst dadurch bewußt wird, daß er am nächsten Morgen mit den Resten ihrer Hand im Mund aufwacht, bringt er sich um (Xanthos, Lydiaka, fr. 12., FHG Bd. I, 36ff.; Nikolaos von Damaskos FGrH 2 A 90 F 28; Ail. var. 1,27). Walde, Christine (Basel)

Metamorphose

(762 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
Terminologie: griech. μεταμόρφωσις (“Verwandlung”); lat. transfiguratio, mutatio, mit den Verben mutare, refigurari, transformare. [English version] A. Definition M. sind bestimmte Typen von Mythen, die insbes. im ant. Griechenland weit verbreitet waren und von dort ihren Weg in die röm. Lit. fanden. Man kann zwei Typen unterscheiden: (1) temporäre Verwandlungen von Göttern (z.B. Zeus bei verschiedenen erotischen Abenteuern), Zauberern oder Trickstern zur Täuschung etc.; (2) dauerhafte Verwandlungen von Menschen…

Nyx

(607 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Νύξ; lat. Nox, “Nacht”). Die Nacht als Sphäre des Unheimlichen und Verborgenen wurde in der Ant. nicht nur als täglich wiederkehrende, das Leben des Menschen bestimmende Naturerscheinung, sondern als Göttin und Personifikation gesehen. Die Grenzen zwischen diesen Bereichen sind schwer zu ziehen. [English version] A. Genealogien In verschieden akzentuierten Göttergenealogien [1] ist N. eine kosmogonische Macht. Bei Hesiod gehört N. wie andere Lichterscheinungen der ersten Göttergeneration an (Hes. theog. 123ff.; 211; 744ff.; vgl. ihre Autor…

Momos

(107 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Μῶμος). Griech. Personifikation der Kritiksucht, als Sohn der Nyx/Nacht vorgestellt (Hes. theog. 214). In den Kýpria ist M. Ratgeber des Zeus (Kypria fr. 1 EpGF). Iulianus (epist. 50) erzählt, daß M. unmäßige Wut befällt, weil er an Aphrodite nichts auszusetzen findet. Nach Kallimachos, der ihn öfter in seinen lit. Fehden als Inbegriff des dümmlich-nörgelnden Kritikasters heranzieht (z.B. Kall. h. 2,113; Kall. fr. 393), wird M. in späterer Lit. viel erwähnt (Lukian. Iuppiter tragoedus 19ff; Lu…

Ker

(328 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (griech. ἡ Κήρ). Der Name K. ist seit Homer in zweifacher Bed. belegt: 1. als “Schädling”, “Schadegeist”, “Verderben” und “Tod” (Hom. Il. 2,302; 12,326-327; Od. 22,66). 2. als “Todeslos”. Die erste Kategorie von K., die in Einzahl, zumeist aber in Scharen ( Kḗres) auftritt, sind weibliche Schadegeister mit unterschiedlicher Wirkung. Während Homer sie u.a. als “schwarz” (Hom. Il. 3,454) und “verderbenbringend” (ebd. 13,665) bezeichnet, bietet Hesiod eine Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes und der Genealogie einer…

Kerambos

(93 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κέραμβος, lat. Cerambus). Sohn des Poseidonsohnes Euseiros und der Nymphe Eidothea; Hirte am Othrys, der Syrinx und Lyra erfindet und den Nymphen zum Tanz aufspielt. Pans Rat, dem bevorstehenden kälteklirrenden Winter zu entfliehen, befolgt er nicht. K. und seine Herden erfrieren unter den Schneemassen. Die Nymphen verwandeln ihn in einen Käfer mit langen Hörnern, der einer Lyra gleicht (Antoninus Liberalis 22; Kerambyx: Hirschkäfer; vgl. Hesych. s.v. Κεράμβυξ). Ovid hingegen be…

Kalchos

(62 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κάλχος). König der Daunier (Daunia), Geliebter der Kirke vor der Ankunft des Odysseus. Weil er sie gegen ihren Willen weiter belästigt, schlägt sie ihn mittels verzauberter Speisen mit Wahnsinn. Als ein daunisches Heer nach seinem Verbleiben forscht, löst Kirke die Verzauberung, aber erst nachdem K. versprochen hat, nie wieder ihre Insel zu betreten (Parthenios 12). Walde, Christine (Basel)

Memoria (Mnemotechnik)

(597 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] A. Memoria im rhetorischen System In der griech.-röm. Ant. gehörte es zu einem guten Vortrag, ihn auswendig, d.h. ohne schriftliche Vorlage, zu halten (Ausnahme: Ciceros Rede vor dem Senat nach der Rückkehr aus dem Exil, der er lediglich improvisierte Dankesworte voranstellte: Cic. Planc. 74). Auch war für den Redner das Erinnern von Phrasen, Gedanken, Argumenten des rhet. Systems unabdingbar: Die m., das “Schatzhaus der Erinnerung”, ist Grundlage jeder Form von Rhet. (Cic. inv. 1,9; Rhet. Her. 3,28). Insofern ist die m. eine der fünf partes orationis

Hercules Oetaeus

(178 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Röm. Trag. eines unbekannten Verf., die im Corpus der Trag. Senecas überl. ist. Dieses längste Drama der Ant. (1996 V.) hat höchst kontroverse Wertungen erfahren, zumeist in Abhängigkeit von der Annahme oder Ablehnung der Autorschaft Senecas (Extreme [1] und [2]; vermittelnd [3]). Das Sujet - die Ereignisse vor dem Tod des Hercules und seine Apotheose - ist trotz kunstvoller und intelligenter Intertextualität zu Soph. Trach., Ovid (epist. 9 und met. 9) und zu Senecas Hercules Furens eigenständig bearbeitet. Die Stilisierung des Hercules zum Retter der W…

Polyhymnia

(125 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Πολύμνια, seltener Πολυύμνια, “die mit den vielen Gesängen” oder “vielstimmiger Chorgesang”; vgl. Diod. 4,7,2 ff.). Eine der neun kanonischen Musen, die in der Dichtung selten individuell erwähnt wird (Ov. fast. 5,9-54). Trotz ihres eindeutigen Namens ist ihr Tätigkeitsbereich unspezifisch bzw. vielseitig. Bei Horaz (carm. 1,1) ist P. als Muse, die große Dinge mit großen Gesängen unsterblich macht, zu fassen. Sie firmiert als Erfinderin der Lyra (schol. Apoll. Rhod. 3,1-5a), als…

Labyrinth

(1,017 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(λαβύρινθος, labyrinthus). [English version] A. Begriff Der Begriff L. bezeichnet im heutigen Sprachgebrauch entweder das L. im prägnanten Sinn oder im erweiterten Sinne jeden Irrgarten oder jedes unübersichtliche große Gebäude (insbes. seit dem Hell. als Motiv der Lit. oder der bildenden Kunst), oder aber in einer übertragenen Bed. als Metapher oder Allegorie Irrungen und Täuschungen des menschlichen Lebens. Letzteres läßt sich verstärkt ab dem 3. Jh.n.Chr. beobachten. Walde, Christine (Basel) [English version] B. Das Labyrinth im prägnanten Sinne Das L. im prägnanten S…

Iphikles

(138 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Ἰφικλῆς, auch Ἴφικλος). Sohn Alkmenes von Amphitryon, der Zwillings(halb)bruder des Herakles, für dessen Gottmenschentum er als Folie dient. Er flieht vor den Schlangen in ihrem Kinderbett, die Herakles erwürgt (Pherekydes FGrH 3 F 69). I. ist Teilnehmer an der kalydon. Jagd und am Troiazug des Herakles (Diod. 4,49,3). Von Automedusa, der Tochter des Alkathoos, ist er Vater des Iolaos; nach dem Kampf gegen Erginos bekommt Herakles die ältere Tochter Kreons, Megara, I. die jünger…

Leimone

(11 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Tochter des Hippomenes [2]. Walde, Christine (Basel)

Iphimedeia

(111 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Ἰφιμέδεια). [English version] [1] Geliebte des Poseidon Tochter des Triops, Gattin des Aloeus, Geliebte Poseidons, dem sie die Aloaden, Otos und Ephialtes, gebiert (Hom. Od. 11,304; Pind. P. 4,89; Apollod. 1,53; Hyg. fab. 28). I. und ihre Tochter Pankratis (Pankrato) spielen in der Vorgesch. von Naxos eine Rolle (Diod. 5,50f.; Parthenios 19): Die Aloaden verfolgen die Thraker, die ihre Mutter und Schwester nach Naxos entführt haben, und befreien I., während Pankratis umkommt. Pausanias bezeugt I.s Gra…

Quadration

(46 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κοδρατίων). Rhetor des 2. Jh. n. Chr., Schüler des Favorinus, Lehrer des Sophisten Varus aus Perge (Philostr. soph. 2,6 p. 250 K.), Freund des P. Ailios Aristeides [3] (47,22; 50,63 ff. K.). Verm. identisch mit L. Statius Quadratus ( cos. 142). Walde, Christine (Basel)

Kombe

(113 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κόμβη; lat. Combe). Tochter des phleiasischen Flußgotts Asopos und der Metope, seit Hekataios (FGrH 1 F 129) als Eponymin der gleichnamigen Stadt auf Euboia auch Chalkis genannt (vgl. Diod. 4,72; Zenob. 6,50). Nach einer ausschließlich bei Nonnos referierten Gesch. ist K. Mutter der sieben euboiischen Korybanten (Kureten; Nonn. Dion. 13,135ff.). Sie flieht mit ihnen vor ihrem Gemahl Sokos nach Kreta, nach Phrygien, schließlich nach Athen zu Kekrops, der Sokos tötet und so den Flüc…

Morpheus

(104 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Μορφεύς). Einer der vielen Söhne des Hypnos (des “Schlafs”, lat. Somnus), die das Traumerleben des Menschen personifizieren. Zusammen mit seinen Brüdern Ikelos und Phantasos ist M. für die realistische Ausgestaltung der Traumbilder verantwortlich. Insbes. M., der Alkyone in Gestalt ihres toten Gatten Keyx erscheint, ist in der Trad. Ovids sprichwörtlich geworden (“in M.' Armen liegen”). Die “Traumkünstler”, die nur von Ovid (met. 11,633-676) bei der Beschreibung der in Kimmerien…

Kilix

(101 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κίλιξ). Sohn der Telephassa und des Agenor [1], der ihn mit seinen Brüdern auf die (vergebliche) Suche nach der entführten Europe [2] schickt. K. wird Begründer und Eponym Kilikiens (Hyg. fab. 178). Durch Kriegshilfe, die er Sarpedon leistet, gewinnt K. auch einen Teil Lykiens (Apollod. 3,2ff.; Hdt. 7,91). In einer späteren Version wird Sarpedon, der auf der Suche nach seiner Schwester ist, unerkannt von seinem Onkel K. erschlagen (vita Theclae PG 85, 478ff.; vgl. das Hildebrand…

Karya

(61 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Καρύα). Tochter des lakonischen Königs Dion, Geliebte des Dionysos. Ihre Schwestern Orphe und Lyko, die K. einsperren, werden von Dionysos mit Wahnsinn geschlagen und in Felsen des Taygetos verwandelt, K. aber in einen Nußbaum (Serv. ecl. 8,29). Beim Epiker Pherenikos ist K., wie andere Hamadryaden, Tochter des Oxylos und seiner Schwester Hamadryas (Athen. 3,78b). Walde, Christine (Basel)

Lapithai

(174 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Λαπίθαι, lat. Lapithae). Mythischer thessal. Stamm (Hom. Il. 2,738ff.; Strab. 9,439ff.), der insbes. durch seinen Kampf mit den Kentauren bekannt ist. Nach einer späten Version sind sie Nachkommen eines namengebenden Urvaters Lapithes oder Lapithas, der entweder von Apollon und einer Tochter des Flußgotts Peneios (Stilbe) oder aber von Ixion und der Sklavin Dia abstammt (Diod. 4,63,2; 5,58,5; Paus. 5,10,8; schol. Apoll. Rhod. 1,40). Die Abstammung von Ixion aber macht die L. zu re…

Kelmis

(74 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Κέλμις, lat. Celmis; ältere Form wohl Σκέλμις bei Kall. fr. 100,1 Pf. und Nonn. Dion. 14,39; 37,164). Einer der des Schmiedehandwerks kundigen idäischen Daktyloi. Sprichwörtlich wird Κ. ἐν σιδήρῳ (Zenob. 4,80) in Beziehung auf eine Stelle im sophokleischen Satyrspiel Kōphoí (TGF, fr. 337 N.2) von allzu Kraftbewußten gebraucht. K., der bei Ovid (met. 4,281f.) Spielgefährte des Knaben Zeus ist, wird, weil er Rhea schmäht, in Stahl verwandelt. Walde, Christine (Basel)

Metapher

(1,166 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(μεταφορά/ metaphorá, “Übertragung”; lat. Lehnübers.: translatio). [English version] A. Problemstellung und Einordnung ins rhetorische System Die h. mit großer Emphase in verschiedenen Bereichen (Linguistik, Neurophysiologie, Psychologie und Philos.) geführte Diskussion über M. und andere Formen der bildlichen Rede hat ihren Ursprung bei Aristoteles, der die M. in der ‘Poetik und der ‘Rhetorik behandelte. Dieser Vorgabe entsprechend findet die M. ihren Ort im sich später fest etablierenden rhet. System als wic…

Kleio

(148 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (griech. Κλείω; lat. Clio; zur Etym. von κλεός, “Ruhm” vgl. Diod. 4,19; Plut. symp. 9,14; Cornutus 14). Eine der Musen (Musai; Hes. theog. 77); als Quellnymphe (Plut. de Pyth. or. 17,402c-d) oder Okeanide (Verg. georg. 4,341) ist K. auch eine Gottheit des Wassers, das vielfach mit dichterischer Inspiration in Verbindung gebracht wird [1]. Seit Pindar (z.B. Pind. N. 3, 1-2; Pind. Ep. 3,3; 12,1-29; Pind. O. 2,1-2; vgl. Hor. carm. 1,12,2) und Bakchyl. (3,1-3; 12,1-3; 13,9,229) ist K. d…

Lernos

(75 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Λέρνος). [English version] [1] Aitoler Aitoler, Vater des Argonauten Palaimon(ios), als dessen wirklicher Vater Hephaistos galt (Apoll. Rhod. 1,202ff.). Walde, Christine (Basel) [English version] [2] Argeier Argeier, Sohn des Proitos, Vater des Naubolos, Argonaut (Apoll. Rhod. 1,135). Walde, Christine (Basel) [English version] [3] König in der Gegend von Lerna In einer euhemerist. Deutung von Herakles' Hydra-Abenteuer König in der Gegend von Lerna, dessen Kastell “Hydra” der Heros anzündet (Palaiphatos 38). Walde, Christine (Basel)

Pierides

(91 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(Πιερίδες; lat. Pierides oder Pieriae). [English version] [1] Beiname der Musen Bezeichnung der Musen nach ihrem Wohnort (Hes. theog. 53). Walde, Christine (Basel) [English version] [2] Die neun Töchter des Pieros Die neun Töchter des Pieros (Paus. 9,29,4) und der Antiope, die die Musen zu einem künstlerischen Wettkampf herausfordern und von diesen besiegt und in Elstern (Ov. met. 5,671ff.) verwandelt werden (Ov. met. 5,294ff.; Antoninus Liberalis 9,1ff.). Ihre Namen werden nach Antoninus Liberalis l.c. wie folgt angegeben: A…

Romanius Hispo

(105 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Lat. Rhetor und Rechtsanwalt der frühen Kaiserzeit. Er arbeitete sich durch Intelligenz und Redebegabung aus bescheidenen Verhältnissen zu einem gern gesehenen Gast am Hofe des Tiberius hoch (Quint. inst. 6,3,100; Tac. ann. 1,74). Im Majestätsprozeß des Quaestors Caepio [1] Crispinus gegen den Praetor Granius [II 3] Marcellus trat er als Nebenkläger auf. In den zahlreichen Erwähnungen bei Seneca d. Ä. halten sich Bewunderung für seine außergewöhnliche Sprachbeherrschung und Bildu…

Nyktophylax

(46 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] (Νυκτοφύλαξ, “Wächter in der Nacht”). N. ist ein nächtlich erscheinender griech. Dämon. Weil er Krankheiten zu heilen vermag, wurden ihm Altäre und Standbilder errichtet. Nach Lukian. de morte Peregrini 27f. wollte Peregrinos (Proteus) durch seine Selbstverbrennung ein N. werden. Walde, Christine (Basel)

Alliteration

(110 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
[English version] Erst von dem neapolitanischen Humanisten G. Pontano (14. Jh.) geprägter Begriff für häufige Wiederholung des gleichen Kons. (auch vok. Anlaut) oder der gleichen Silbe in einer Wortgruppe, aber in der Praxis der ant. Rhet. schon bekanntes Phänomen (entspricht einem positiv gefaßten Homoioprophoron; verwandt mit der Paronomasie). Die A. bewirkt eine Verklammerung von Satzgliedern, hat mnemotechnische Wirkung (z. B. im german. Stabreim) und wird bevorzugt in Sentenzen verwendet (Suet. Iul. 37,2: veni, vidi, vici); in lautmalerischer Absicht auch an die …
▲   Back to top   ▲