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Toga

(470 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Die von den Etruskern übernommene t. war das offizielle Gewand des röm. Bürgers, das er in der Öffentlichkeit trug und das Nicht-Römern verboten war (Suet. Claud. 15,3; gens togata: Verg. Aen. 1,282). Die wollene t. wurde urspr. auf dem unbekleideten Oberkörper und dem den Unterleib bedeckenden subligaculum , später über der tunica angelegt. Die gewöhnliche t. des einfachen röm. Bürgers war weiß ( t. pura, t. virilis). Daneben gab es die t. praetexta mit purpurfarbenen Randstreifen ( clavi; Statussymbole), die von curulischen Beamten, den Flamines Dialis und Martia…

Unterweltsvasen

(142 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Gefäße (v. a. Volutenkratere) der apulischen rf. Vasenmalerei mit Darstellungen der Unterwelt; man findet das Götterpaar Hades und Persephone, mitunter in einer Palastarchitektur thronend, oft mit Hermes. Weiter können auch anwesend sein: Hekate, Dike [1], Totenrichter (Triptolemos, Aiakos, Rhadamanthys), Orpheus und Eurydike [1], Herakles [1], der den Kerberos bändigt, Megara [1] mit ihren Kindern. Daneben treten myth. Frevler und Büßer auf, wie Danaiden (Danaos), Sisyphos, Tant…

Vorhang

(123 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (παραπέτασμα/ parapétasma, προκάλυμμα/ prokálymma, αὐλαία/ aulaía; lat. velum, aulaea). In griech. und röm. Zelten (Athen. 12,538d), Häusern, Palästen, vereinzelt auch in Tempeln (Lk 23,45; vgl. Paus. 5,12,4), waren V. an Türen, Fenstern (Iuv. 9,105), als Wanddekoration (Iuv. 6,227) und an den Interkolumnien der Atrien und Peristyle angebracht; sie dienten zum Abhalten von Regen oder Sonne (Ov. met. 10,595). Darstellungen solcher V. sind aus der griech. und röm. Kunst bekannt (z. B. die parapétasma-Darstellungen auf röm. Relief-Sarkophagen) und in o…

Kopfbedeckungen

(409 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] spielen in Mythos und Gesch. nur eine geringe Rolle. Zu erwähnen ist die Tarnkappe des Hades, derer Athena sich bedient (κυνέη Ἄϊδος/ kynéē Áïdos, Hom. Il. 5,844 f.) und die sie dann an Perseus [1] weitergibt. Midas verbirgt seine Eselsohren unter einem Turban (Tiara), Ov. met. 11,180 f. Eine K. (Pilleus) wird Lucumo (Tarquinius [11] Priscus) von einem Adler weggenommen und wieder gebracht, worin man ein günstiges Omen für die Zukunft sieht, Liv. 1,34; ein Wind weht Alexandros [4] d.Gr. die Kausia vom Kopf (Arr. an. 7,22,2 f.). Im Alltag gingen griech. und röm. M…

Simpuvium

(81 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] ( simpulum, simpuium). Schöpfkelle mit kurzem Stiel der röm. Priester und Vestalinnen, meist aus Ton (Plin. nat. 35,158); sie diente dazu, den für das Opfer (mit Abb.) benötigten Wein auf die Opferschale zu gießen. S. sind verschiedentlich auf Mz. und Reliefs dargestellt. Im Alltag wurde das s. durch den langstieligen griech. kýathos ersetzt (Varro ling. 5,124). Hurschmann, Rolf Bibliography E. Zwierlein-Diehl, Simpuvium Numae, in: H. A. Cahn (Hrsg.), Tainia. FS R. Hampe 1980, 405-422 (ebd. Anm. 58 und 69 zur Wortform simpuium).

Viergöttersteine

(214 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] sind ein Teil der Iuppiter-Giganten-Säulen (Säulenmonumente III.) und befinden sich unmittelbar auf deren Unterbau (es folgen nach oben hin der Zwischensockel mit den sog. “Wochengöttern” - z. B. Venus für den Freitag, Saturn für den Samstag -, ein schuppen- oder girlandenverzierter Säulenschaft mit Basis und ein Kopfkapitell mit dem einen Giganten niederreitenden Iuppiter). Die Götterfiguren der V. stehen in meist eingetieften Feldern: Üblicherweise handelt es sich um Iuno (Vs.)…

Sparbüchse

(190 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (ἀργυροθήκη/ argyrothḗkē; lat. arcula, crumena). Spezielle S. für Geld waren im archa. und klass. Griechenland offenbar unbekannt; Geld wurde in Truhen und Kästen zusammen mit Schmuck und anderen Wertgegenständen aufbewahrt (z. B. Theophr. char. 10). Die wohl älteste erh. S. stammt aus Priene (2./1. Jh. v. Chr.) und hat die Form eines Tempelchens mit einem Schlitz im Giebel zum Einwerfen des Geldes, das man durch eine verschließbare Öffnung auf der Rückseite wieder entnehmen konnte […

Sizilische Vasen

(233 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Noch vor Ende des 5. Jh. v. Chr. begann in Himera und Syrakus auf Sizilien die Produktion von rf. Vasen. Diese lassen in Stil, Ornamentik, Vasenform und Thematik eine starke Anlehnung an die att. Vasenmalerei (Meidias-Maler) erkennen. Mit dem 2. Viertel des 4. Jh. v. Chr. wanderten einige sizil. Vasenmaler aus, um auf dem it. Festland den Grundstock für die kampanische und paestanische Vasenmalerei zu legen (Kampanische Vasenmalerei; Paestanische Vasen). In begrenztem Maße blieb …

Stola

(174 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Die s. war das Gewand der röm. Matronen ( matrona [1]), d. h. der freigeborenen Frauen (Plin. nat. 33,40), das sie in der Öffentlichkeit über der engeren tunica bzw. weiteren calasis und unter der palla trugen, so daß der Körper vollständig umhüllt war (vgl. Hor. sat. 1,2,99). Das Gewand reichte bis auf die Knöchel und war weit, faltenreich und im Brust- oder Taillenbereich gegürtet (Mart. 3,93,4). Die s. bestand aus einer Stoffröhre, in die die Trägerin hineinschlüpfte; durch in sich gedrehte Bänder oder Schnüre wurde sie auf den Schultern ge…

Tunica

(275 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Das aus zwei Teilen geschnittene und vernähte, meist weiße Woll- oder Leinenhemd wurde von röm. Männern und Frauen der Oberschicht als Untergewand (Suet. Aug. 94,10) unter der toga , von den unteren Schichten als einzige Bekleidung getragen. Frauen scheinen häufiger zwei tunicae übereinander getragen zu haben; dann nannte man die untere t. subucula (Varro ling. 5,131) und die obere supparus. Bei Kälte und schlechter Witterung zogen auch Männer mehrere t. an (Suet. Aug. 82,1). Urspr. war die t. eng und ärmellos, doch mit dem ausgehenden 1. Jh. v. Chr. wurd…

Strophium

(195 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
(στρόφιον). Ein um etwas gewundenes oder in sich gedrehtes Band. [English version] [1] Brustband Brustband der Frauen in Griechenland und Rom (Aristoph. Thesm. 139; 251; 255; 638; Aristoph. Lys. 931; Catull. 64,65), auch μίτρα/ mítra (Anth. Pal. 5,13,4; Apoll. Rhod. 3,867), μηλοῦχος/ mēlúchos (Anth. Pal. 6,211), στηθόδεσμος/ stēthódesmos (Poll. 7,66), mamillare (Mart. 14,66 lem.), fascia pectoralis (Mart. 14,134 lem., vgl. Ov. ars 3,274; Prop. 4,9,49) genannt. In der Kunst sind verschiedentlich Frauen mit s. bzw. beim Anlegen des s. dargestellt. Oft gaben über die Schulte…

Würfelspiel(e)

(508 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (κυβεία/ kybeía; lat. alea). Angeblich von den Lydern (Hdt. 1,94,3), von Palamedes [1] vor Troia (Paus. 2,20,3; 10,31,1) oder dem ägypt. Gott Thot (Plat. Phaidr. 274c-d) erfunden. Im Mythos wird das W. gelegentlich erwähnt (Hdt. 2,122,1); so spielt Eros mit Ganymedes (Apoll. Rhod. 3,114-126), Herakles mit einem Tempelwächter (Plut. Romulus 5,1 f.) oder Patroklos mit Klysonymos (Hom. Il. 23,87 f.). Zum W. brauchte man entweder die vierseitigen Knöchel (Astragal [2], lat. auch talus), die mit den Werten eins und sechs sowie drei und vier belegt waren…

Torus

(128 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Lat. Terminus (griech. τύλη/ týlē; τυλεῖον/ tyleíon) für alles erhaben oder wulstartig Gearbeitete wie z. B. die konvexen Rundglieder der ionischen Säulenbasis (Säule B. 3. mit Abb.; der Begriff ist in der bei Vitr. 3,5,2-3 gebräuchlichen gräzisierten Form ( t.) in die nachant. Architekturterminologie eingegangen), die schwielige Haut im Nacken und auf den Schultern der Lastenträger (Aristoph. Ach. 860; 954: týlē) oder die Schwellung von Tiermuskeln (Plin. nat. 18,78: t.). Týlē nannte man ferner Kissen auf Klinen und Sitzmöbeln (Sappho fr. 46 Lobe…

Schere

(167 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (ψαλίς/ psalís; lat. forfex, forpex, forficula). Sch. aus Eisen oder Br. wurden gebraucht bei der Schaf- und Ziegenschur, um Tuche und Metall zu zerschneiden, zur Haar- und Bartschur, in der Flickschusterei und in der Landwirtschaft zum Zerschneiden von Pflanzen und Früchten bzw. zum Schneiden von Weintrauben aus den Rebstöcken. Die Sch. scheint ab dem beginnenden 5. Jh. v. Chr. in Griechenland in Gebrauch gewesen zu sein, im ital. Raum der schriftl. Überl. nach um 300 v. Chr. (Varro …

Skaphe

(255 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (σκάφη, σκαφίς, σκάφιον, σκάφος; lat. scapha, scaphium). Vielfältig verwendeter Begriff für ein Becken, einen Kessel, Kübel, Trog (oder ein kleines Boot) und eine Wanne aus Holz oder Metall, ein in der Landwirtschaft (Hom. Od. 9,223; vgl. Theokr. 5,59) und im Haushalt genutztes Behältnis (Aristoph. Eccl. 738-739, vgl. Anth. Pal. 6,306). Auch konnte der Nachttopf der Frauen s. heißen. In eine s. warfen Skythen laut Hdt. 4,73,2 heiße Steine für das reinigende “Schwitzbad”. In einer s. sollen Romulus und Remus ausgesetzt worden sein (Plut. Romulus 3; bei …

Truhe

(256 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (ζύγαστρον/ zýgastron, κιβωτός/ kibōtós, κιβώτιον/ kibṓtion, λάρναξ/ lárnax, χηλός/ chēlós; lat. arca, cista). Die T. aus Holz, Br. oder anderen Materialien diente im Haushalt zum Verwahren oder Transportieren von Kleidern, Hausrat, Buchrollen ( scrinium ), Geräten, Vorräten usw. T. konnten einfach und schmucklos gestaltet oder aber an Wandungen mit ornamental oder figürlich gestalteten Reliefs (Praenestinische Cisten) verziert sein. T. aus Holz wiesen oftmals Metallbeschläge zur Festigung der …

Wiege

(174 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (λίκνον/ líknon, σκάφη/ skáphē; lat. cunae, cunabula, N. Pl.). Als W. nutzte man das líknon, eigentlich “Getreideschwinge” (Hom. h. 4,150; 254; 290; 358; [1. 298, Abb. 285]; vgl. Kall. h. 1,48). Als zweite Form der W. diente ein wannenähnliches Behältnis (Soph. TrGF IV, 385; Athen. 13,606f; 607a; skáphē ). Einkerbungen oder kleine Streben an der Rahmung der W. dienten vielfach zum Befestigen von Stricken. Quer über die W. konnten Sicherungsgurte gezogen werden. Mitunter konnten in ihnen zwei Kinder Platz fi…

Trauerkleidung

(246 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] T. gehörte zuerst in den persönlichen Bereich von Familie und Freundeskreis, doch konnte sie auch öffentliche Trauer begleiten. Bei Homer tragen nur die trauernden Göttinnen einen dunklen Schleier (Hom. Il. 24,93 f.; Hom. h. 2,42). Die von Homer beschriebene Ges. begnügte sich damit, Kleidung mit Staub und Asche zu beschmutzen oder zu zerreißen (Hom. Il. 18,22 f.; 23,40 f.; 24,640; 28,25). Diese Verhaltensformen wurden in histor. Zeit von Griechen und Römern beibehalten (z. B. Pl…

Windel

(132 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (σπάργανον/ spárganon; lat. incunabula). W. in der heutigen Form kannte die Ant. nicht; statt dessen wurde das Kleinkind mit schmalen Wollstreifen vollständig - mit Ausnahme des Kopfes - umhüllt. Die Einhüllung sollte für einen geraden Bau des Körpers und der Gliedmaßen sorgen (Sen. benef. 6,24,1, vgl. Plin. nat. 7,3). In Thessalien hüllte man nur die untere Hälfte des Kindes ein, in Sparta verzichtete man ganz auf W. (Plut. Lykurgos 16,3). Darstellungen von Wickelkindern sind seit …

Schlauch

(161 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (ἀσκός/ askós; lat. culleus, uter). Zum Transport von festen (Thuk. 4,26) und flüssigen Nahrungsmitteln (Hom. Il. 3,247; Hom. Od. 5,265; 9,196) nutzte man neben Fässern auch Tierhäute (von Rind, Schaf, Ziege; im arabischen Bereich auch Kamelhaut, Hdt. 3,9), die zugenäht wurden, wobei ein Tierbein als Ein- bzw. Ausguß diente. Darstellungen von Sch. sind in der ant. Kunst bei Transportszenen häufig; auch gehört der den Wein-Sch. tragende Silen fest zur Ikonographie dionysischer Szenen …

Soccus

(94 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Pantoffelähnlicher, leichter Halbschuh (Catull. 61,10), von den Römern wohl aus dem griech. Bereich übernommen (vielleicht σύκχος/ sýkchos oder συκχίς/ sykchís, Anth. Pal. 6,294). Der urspr. Frauenschuh wurde auch von “verweichlichten” Männern getragen (Suet. Cal. 52). Später unterscheidet das Preisedikt des Diocletianus zw. socci für Männer und Frauen in verschiedenen Farben. Der s. galt dazu als Schuh der Schauspieler in der Komödie (vgl. Hor. epist. 2,1,174; Hor. ars 79 f.), so daß s. zu einem Syn. für die Komödie wurde (ähnlich wie der Kothurn …

Schuhe

(680 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Sandalen und Stiefel (St.) gab es der ant. Lit. zufolge (Poll. 5,18; 7,85-94; 10,49; Herodas 7,54 ff.) in großer Variantenvielfalt; die Identifizierung der namentlich genannten mit der auf Kunstdenkmälern dargestellten oder original erh. Fußbekleidung ist nur in wenigen Fällen möglich (z. B. calceus ). Allein aus dem klass.-griech. Bereich sind 82 Namen für Sch. überl., die nach Herkunft, Personen, Form, Farbe, Material oder Gebrauch benannt wurden: Viele Sch.- und St.-Sorten wurden aus dem Ausland übernommen und mit dem…

Trauer

(936 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] I. Literarische Quellen In Griechenland und Rom zeigte man T. (πένθος/ pénthos; lat. luctus) bei Unglücks- oder Todesfällen, bei geschäftlichem oder finanziellem Verlust sowie mil. Niederlage. Neben dem Anlegen der charakteristischen Trauerkleidung äußerte sich T. bei Frauen durch Verzicht auf Goldschmuck (Dion. Hal. ant. 5,48,4; Liv. 34,7,10), durch Schlagen auf die mitunter entblößte Brust (Prop. 2,13,27; Petron. 111,2), Auflösen der Frisur und Raufen der Haare (Catull. 64,348-351; Tib. 1,1…

Tabula

(171 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Allg. lat. Bezeichnung für “Brett” (Plin. nat. 31,128; 33,76; 36,114; Ov. met. 11,428), dann für “Spielbrett” ( t. lusoria, Spiel, Brettspiele, Würfelspiele), “bemalte Tafel” ( t. picta, Plin. nat. 35,20-28), “Votivtafel” ( t. votiva, Hor. carm. 1,5,13; Pers. 6,33). In speziellem Sinn bezeichnet t. die zum Schreiben und Rechnen benötigte Schreibtafel aus geweißtem bzw. mit Wachs beschichtetem Holz oder die Metalltafel (Schreibmaterial, codex ), wie sie bereits bei den Griechen gebräuchlich waren. Tabulae fanden im öffentlichen Bereich Verwendung, z. …

Stab, Stock, Knüppel

(387 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Der S. (βάκτρον/ báktron, κηρύκειον/ kērýkeion, ῥάβδος/ rhábdos, σκῆπτρον/ skḗptron; lat. baculum, bathron, caduceus, lituus [1], rudis , stimulus) konnte gerade, mit einer Rundung am oberen Ende ausgestattet, knotig, gewinkelt oder glatt sein und in Dicke und Länge variieren; er wurde aus hartem Holz (z. B. Oliven- oder Myrtenholz) geschnitzt und konnte roh belassen, allerdings auch mit goldenem Zierrat versehen (Athen. 12,543 f.) und mit Eisen (Theokr. 17,31) verstärkt werden. Er wurde von alte…

Ofellius

(137 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] [2a] O. Ferus, C. campanischer Händler Im letzten Viertel des 2. Jh. v. Chr. ehrten die auf Delos niedergelassenen Italiker den campanischen Händler O. wegen seiner Verdienste mit einer marmornen Porträtstatue (Bildhauer: Dionysios [48] und Timarchides [1]). Die frg. erh. Statue wurde 1880 bei den frz. Ausgrabungen auf der Agora der Italiker gefunden; O. wurde mit Paludamentum auf der linken Schulter, Schwert in der gesenkten Linken und ausgestrecktem rechten Arm, der ehemals eine Lan…

Triga

(311 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] (lat. aus triiuga; griech. τρίπωλος/ trípōlos; “Dreigespann”). In ihrer Bed. als Renn-, Jagd- oder Streitwagen tritt die T. weit hinter den Bigae oder der Quadriga zurück. Bei Homer werden nur Beipferde von Zweigespannen genannt (vgl. Hom. Il. 8,80-86; 16,152-154 und 467-476) und einmal ein Geschenk von drei Pferden erwähnt (Hom. Od. 4,590); auch sonst sind die lit. Quellen zur T. eher rar (z. B. Dion. Hal. ant. 7,73). Entsprechendes gilt auch für ihre Darstellung in der Kunst; hier s…

Seife

(191 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Feste S. im h. Sinn war dem Altertum unbekannt. Zur Reinigung des Körpers verwendete man Bimsstein, Kleie, Natron, Öl, Soda, Tonerde - wobei die Kimolische bes. bekannt war (Aristoph. Ran. 712) - und Wasser. Diese Reinigungsmittel nannten die Griechen ῥύμμα/ rhýmma oder σμῆγμα/ smḗgma (ein entsprechender lat. Begriff fehlt). In den öffentlichen Badeanstalten wurden die Waschmittel vom Bademeister auf Verlangen zur Verfügung gestellt (Aristoph. Lys. 377; Athen. 8,351e) oder man brachte sie von zu Hause mit. Wie die h. S. w…

Stuhl

(354 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Unentbehrliches Sitzmöbel des sparsam möblierten ant. Haushalts, vornehmlich aus Holz (Ahorn, Buche, Eiche), gelegentlich auch aus Br. und teilweise oder zur Gänze aus Gold (Hdt. 1,14; Athen. 12,514) bzw. Marmor gefertigt. Mitunter bestanden Einzelteile des S. auch aus anderen Materialien wie Elfenbein oder Onyx (Plin. nat. 36,59), Metall oder Edelmetall. Daneben gab es Korb-S. aus Weidenzweigen (Plin. nat. 16,174), deren Aussehen aus Darstellungen oder steinernen Nachbildungen bekannt ist. Als Hauptformen (vgl. Athen. 5,192e-f) kannte die Ant. den díphro…

Unteritalische Vasenmalerei

(1,084 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] I. Anfänge Um die Mitte des 5. Jh. v. Chr. entstanden, von athenischen Vasenmalern gegründet, in Unteritalien die ersten Werkstätten für rf. Keramik. Dort wurden einheimische Künstler ausgebildet. So wurde die urspr. Abhängigkeit von attischen Vorbildern, die sich u. a. in Motivwahl oder attizierenden Formen äußerte (Lukanische Vasen), durch einen eigenen Malstil und Dekor- und Motivschatz ersetzt. Mit dem E. des 5. Jh. v. Chr. kam es in der apulischen Vasenmalerei (Apulische Vasen) zur Entwicklung des sog. ornate- und plain-style, wobei die Maler des orn…

Solium

(172 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] [1] Sitz Hoher röm. Sitz mit Fußbank, Arm- und Rückenlehne, Thron; das s. war Sitz der Könige (Ov. fast. 3,358; 6,353) und verm. schon in Etrurien der repräsentative Sitz des pater familias . Er vererbte sich vom Vater auf den Sohn, sein Verkauf galt als ehrenrührig ( salutatio ). Hurschmann, Rolf Bibliography F. Prayon, Frühetr. Grab- und Hausarchitektur, 1975, 111 f.  Th. Schäfer, Imperii Insignia. Sella curulis und Fasces. 29. Ergh. MDAI(R), 1989, 26 f. [English version] [2] Badewanne Röm. Badewanne für eine (Mart. 2,42; Vitr. 9 praef. 10; Plin. nat. …

Trigon

(113 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf
[English version] Röm. Ballspiel, für die Kaiserzeit belegt; man spielte es auf dem Marsfeld (Hor. sat. 1,6,126) und in den Bädern (Petron. 27,1-3). Zum T. waren drei Spieler (Mart. 7,72,9) nötig, die sich zu einem Dreieck aufstellten und einander einen oder mehrere kleine Bälle zuspielten, die entweder gefangen (Mart. 12,82,4) oder mit beiden Händen geschlagen wurden, so daß sie zum Werfer zurück bzw. zum dritten Mitspieler weitergeleitet wurden (Mart. 14,46,1), z. T. so heftig, daß hiervon die H…

Advertizing

(528 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Probably the simplest and most effective way of advertising a product or announcing something was shouting aloud in market-places and streets (cf. propaganda). Moreover, the geographical origin of a product spoke for its quality; there is, for instance, a tradition of formulations such as 'Tarentine' or 'Amorgian cloth', 'Chian wine', 'Falernian wine', etc. as a seal of approval or a mark of quality. Advertising could also occur in a written form on the walls of buildings (Graffiti), in letters, epigrams, etc. In contrast to commercial advertising are the kalo…

Paragaudes

(150 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (παραγαύδης; paragaúdēs). Descriptive term first recorded only in the 3rd cent. AD for a gold or purple border in the form of the Greek letter gamma (Γ), which was woven into garments (SHA Claud. 17,6). Later also transferred to a particular garment ( paragaúdion) made from fine silk material, similar in style to a sleeved chiton, which Roman emperors gave as an award of honour, decorated with at least one and up to five of these borders depending on distinction and service (SHA Aurelian. 15,4,46; SHA Probus 4,5). For that…

Acclamatio

(339 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Rhythmic acclamations, sometimes spoken in unison, expressing congratulations, praise, applause, joy or the contrary. Besides the initially prevalent, spontaneous acclamatio, during the course of time a stereotyped acclamatio, which was always repeated on certain occasions, gained currency. There is an early mention of acclamatio in Hom. Il. 1,22, and acclamatio is also known to have marked decisions in Greek popular assemblies [1] and cult gatherings. In Rome, at wedding processions the acclamatio took the form of Talasse and Hymen, Hymenaee io (Catull. 61-6…

Brattea

(258 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (πέταλον; pétalon). Ancient term uncommon in archaeological terminology; in Greek originally the ‘leaf or foliage of a tree’ (Hom. Il. 2,312; Od. 19,520), in Bacchyl. 5,186 the Olympian wreath of the wild olive, in the 2nd cent. BC at the latest considered to be the artificial metal leaves of a golden  wreath. In Roman sources brattea is used to describe a thin metal foil, mostly silver or gold for gilding objects, also veneers of precious wood (Plin. HN 16,232) or tortoiseshell (Mart. 9,59,9), but mostly gold leaf or gold foil is mea…

Household equipment

(1,622 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (Greek τὰ ἔπιπλα/ tà épipla, ἡ σκευή/ hē skeuḗ; Latin supellex, instrumentum). Household equipment (HE) comprises the objects that are needed in daily life and that constitute the majority of moveable belongings; this includes primarily  furniture, cooking utensils and kitchen crockery, lighting devices,  carpets,  blankets, and in a wider sense also  jewellery and  clothing, furthermore, according to current understanding, objects belonging to the sphere of immovables, e.g. the doors and ro…

Repositorium

(144 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Originally a Roman tray, then a stand or centrepiece used to arrange and serve food for a course (Petron. Sat. 33; 40; 49), introduced probably at the beginning of the 1st cent. BC as luxury tableware. The repositorium could have simple, round or rectangular form, but it could also have several levels and be of considerable height; it was also decorated with figures (Petron. Sat. 36), veneered with valuable woods and fitted with silver on the corners and edges (Plin. HN 33,146). Carrying away the repositorium while a guest was still drinking was considered a bad o…

Hirschfeld Painter

(229 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Attic vase painter of the geometric period (late geometric I b, after 750 BC;  Geometric vase painting), named after Gustav Hirschfeld (1847-1897), who first described the main work excavated in 1870, the so-called Hirschfeld Krater (Athens, NM Inv. no. 990) [1; 2]. The Hirschfeld Painter (HP) and his workshop worked in the tradition of the  Dipylon Painter and had a preference for monumental kraters of which the eponymous krater and a further one in New York (MMA Inv. no. 14.130.…

Diadema

(359 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (διάδημα; diádēma). The term was originally used to describe all bands worn round the head; different from  wreath. The diadema decorates, consecrates and raises its wearer above others; in this way diademata are symbols of dignity, particularly in cult; to this belong the ‘bust crowns’ or the ‘griffin diadema’ of the priests and deities; of a religious nature are also the ribbon-, gable- and rhomboid-shaped ‘ diademata of the dead’ that from the Mycenaean period onwards (shaft tomb IV, Mycenae) in many cases adorn the forehead of the deceased a…

Litter, Sedan chair

(529 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (φορεῖον/ phoreîon; Latin lectica, sella sc. gestatoria, portatoria). The litter as a means of conveyance has been known in the Orient since earliest times; in Greece it is first mentioned in the 4th cent. BC (Din. 1,36); in Hellenism it is a luxury item (Ath. 5,195c; 212c; Diod. Sic. 31,8,12). We cannot determine when the litter was introduced to the Roman empire but it was in general use from the 2nd cent. BC (cf. Liv. 43,7,5; Gell. NA 10,3,51); its excessive utilization in Rome already compelled Caesar to limit its use in the …

Festival dress

(444 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] It is safe to assume that the dress worn at private and public festivals differed in colour or adornment from everyday wear; women in  Sybaris, for example, who were to partake in one of the municipal festivities, received a year's notice in order to prepare their attire accordingly (Ath. 12,521c; Plut. Mor. 147e). A public appearance called for a clean attire (cf. Pl. Symp. 174a). On some festive occasions, a cloak was worn, referred to as ξυστίς ( xystís) (Aristoph. Lys. 1190, Nub. 70; Theoc. 2,74; Plut. Alcibiades 32,2). The ‘Phoenician’ red chitons, wor…

Cushion

(255 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (ἡ τύλη, τὸ κνέφαλλον, Lat. cervical, pulvinus). Cushions were used to assure comfort when sitting or lying on chairs, klines (Petron. Sat. 32), in litters (Juv. 6,353) or when lying directly on the ground. Floor cushions were also offered for comfort at the circus (Mart. 14,160). The materials used for cushions included linen, wool or leather, which were often beautifully decorated. Straw, hay, reeds, eelgrass or bulrushes (Ov. Met. 8,655) as well as flocks of wool were used as filling…

Tropa

(136 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (τρόπα; trópa). Greek children's games with astragaloi (Astragalos [2]), nuts, etc. (Poll. 9,103; schol.  Pl. Ly. 206e); in consisted in throwing one's own astragalos (or nut, etc.) in such a way that it moved one's opponent's astragalos from its position. In a variant of the game one had to try to drop an astragalos into a small pit in the ground. Tropa was probably also played by young Romans (Mart. 4,14,9). Connected with the game of tropa is Polyclitus' [1] group, known only from literature, known as the 'Boys Playing at Knucklebones' (Plin. HN 34,55)…

Campanian vases

(696 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] The Campanian vases (CV) of the 5th-4th cents. BC were made of a light brown clay and the surface often painted with a red-coloured coating. Artists generally preferred smaller vessels, besides these as the main shape, strap-handled amphora, also hydriae and bell craters; only seldom do pelike types appear ( Pottery, shapes and types of, vessel shapes with fig.). Characteristics attributed to  Apulian vase painting such as volute and column craters, loutrophoroi, rhyta or nestorid…

Seat

(409 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] Essential item of furniture for sitting on in the sparsely furnished ancient household, mainly made of wood (maple, beech, oak), but sometimes also of bronze and partially or entirely of gold (Hdt. 1,14; Ath. 12,514) or marble. Occasionally individual parts of the chair also consisted of other materials such as ivory or onyx (Plin. HN 36,59), metal or precious metal. There were also woven seats made of willow branches (Plin. HN 16,174). Depictions and stone copies show what they looked like. In Antiquity the principal forms (cf.. Ath. 5,192e-f) were the díphros

Triga

(337 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (Latin from triiuga; Greek τρίπωλος/ trípōlos; 'team of three'). Its significance as a racing, hunting or war vehicle was far less than that of bigae and of the quadriga. In Homer only extra horses for a team of two are mentioned (cf. Hom. Il. 8,80-86; 16,152-154 and 467-476) and on one occasion a gift of three horses (Hom. Od. 4,590); otherwise the literary sources on trigae are rather rare (e.g. Dion. Hal. Ant. Rom. 7,73). The same is true for representations in art; first and foremost are 9th-cent. BC Assyrian reliefs with battle and  huntin…

South Italian vases

(1,233 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] I. Beginnings The first workshops in southern Italy for red-figured pottery appeared around the mid 5th cent. BC, founded by Athenian vase-painters. Native artists were trained there. Thus, the initial dependence on Attic models, which expressed itself e.g. in the choice of motif or Atticizing forms (Lucanian vases), was replaced by a characteristic painting style and repertoire of decorations and motifs. Towards the end of the 5th cent. BC, the so-called 'ornate and plain styles' emerged in Apulian vase-painting (Apulian vases). Through th…

Mourning

(981 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] I. Literary sources In Greece and Rome, deaths and accidents, financial and business losses and military defeats were occasions for mourning (πένθος/ pénthos; Lat. luctus). Aside from the characteristic mourning dress, women displayed their mourning by renouncing gold jewellery (Dion. Hal. Ant. 5,48,4; Liv. 34,7,10), by beating, and sometimes baring, their chests (Prop. 2,13,27; Petron. 111,2), by loosening and tearing their hair (Catull. 64,348-351; Tib. 1,1,67 f.; Liv. 1,26,2), by crying and wailing (P…

Klismos

(111 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[German version] (κλισμός; klismós, Latin cathedra). The klismos is a high chair without armrests and with a broad, curved backrest, attested as early as in Homer (e.g. Il. 8,436; Od. 4,136) as a seat for nobility, gods, and heroes. Greek and Roman art confirms this, but the klismos is often seen in representations of domestic rooms, schools, and other everyday scenes as well. At times, the seated persons laid an arm on the backrest for comfort and relaxation, and often the relaxed way of sitting is supported by footrests and cushions. Diphros; Furniture Hurschmann, Rolf (Hamburg) Bibliogr…
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