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Your search for 'dc_creator:( "Thür, Gerhard" ) OR dc_contributor:( "Thür, Gerhard" )' returned 374 results. Modify search

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Syndikos

(418 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (σύνδικος), wörtlich “Mitstreiter”. Person, die gemeinsam mit einer anderen vor Gericht auftritt. In Athen wird der für eine Privatperson einschreitende synḗgoros häufig auch als s. bezeichnet [5. 43-45]; beide Gruppen sind Gegenstand von Schadenzauber ( defixio ) [5. 65]. Notwendig waren sýndikoi (in Athen regelmäßig fünf), wenn Personenverbände wie die Polis, Demen oder Kultgemeinschaften gerichtlich tätig wurden. Von der Volksversammlung ( ekklēsía ) gewählt wurden jeweils fünf s., um die Gültigkeit eines Gesetzes in einer nach Jahresfrist erhobenen p…

Timetai dikai

(201 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (τιμηταὶ δίκαι). Gerichtsprozesse, welche in Athen nach der Abstimmung über den Schuldspruch noch ein Schätzungsverfahren ( timētós agṓn ) zu durchlaufen hatten. Bei Privatprozessen um Geld ( díkē [2]) war das die Regel, bei öffentlichen Prozessen ( eisangelía , graphḗ [1] =  g.) eher die Ausnahme. Als t. d. sind überl.: die díkē (=  d.) epitropḗs ( epítropos [2]), d. klopḗs ( klopḗ ), aikeías d. , exhairéseōs d. , pseudomartyriṓn d. , lipomartyríu d. , kakotechniṓn d. , biaíōn d. , exúlēs d. , blábēs d. (feste Bußsummen als Vorstufe nimmt [4. …

Time

(195 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (τιμή, wörtl. “Ehre, Wertschätzung”), wird im att. Recht unter zwei Gesichtspunkten verwendet: (1) In archa. Zeit konnte der Täter das Racherecht der Verwandten eines Getöteten nach einem Sühnepakt ( aídesis ) durch Zahlung eines Wergeldes ( t., Bußsumme) abwenden. Allerdings blieb der in Abwehr oder Vergeltung einer Unrechtstat oder als Bannbrüchiger rechtmäßig Erschlagene “bußlos” (ἄτιμος/ átimos) liegen, seine Verwandten durften keine t. verlangen [3. 101; 2. 99]. Bei der jüngeren Atimie ( atimía ), der “bürgerlichen Zurücksetz…

Tyrannidos graphe

(185 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (τυραννίδος γραφή). Popularklage wegen Tyrannis. Für Athen ist atimía (vgl. auch timḗ 1.) wegen Tyrannis schon vor Solon [1] durch Plutarchs Ber. über dessen Amnestiegesetz überl. (Plut. Solon 19); verm. waren die nach dem Umsturzversuch in die Verbannung geflohenen Anhänger Kylons [1] von der Amnestie ausgenommen (für deren Verurteilung durch den Áreios págos [4. 1806]). Solon sanktionierte den Versuch, eine Tyrannis zu errichten, mit vererblicher atimía (Aristot. Ath. pol. 16,10; [5. fr. 37a]). Vermögensverfall ist erst für Hippias [1] bele…

Synchoresis

(62 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (συγχώρησις). Aus der freiwilligen Gerichtsbarkeit der chrēmatistaí und der urspr. streiterledigenden Einigung der Parteien vor diesem Gericht war spätestens seit E. 1. Jh. v. Chr. im ptolem. Ägypten die s. als “gerichtsnotarielle Urkunde” hervorgegangen, die v. a. in röm. Zeit als reguläre Urkundenform vom katalogeíon in Alexandreia [1] ausgestellt wurde. Thür, Gerhard Bibliography Wolff, 91-95  H. A. Rupprecht, Kleine Einführung in die Papyruskunde, 1994, 137 f.

Synomosia

(67 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (συνωμοσία). Rechtlich kaum faßbare “Schwurgemeinschaft”, die im gesamten griech. Bereich unter Privatleuten, in Kult, Heer, Politik und Prozeßführung ( hetairía [2]) und auch in zw.-staatlichen Verhältnissen auftritt; in röm. Zeit als Übersetzung von factio oder coniuratio verwendet (FIRA I2 Nr. 68, Z. 7, erstes Kyrene-Edikt über praevaricatio ). Thür, Gerhard Bibliography E. Seidl, s. v. S., RE 4 A, 1445-1450  L. Rubinstein, Litigation and Cooperation, 2000, 204-208.

Syngraphe

(338 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (συγγραφή) bezeichnet vom Material her betrachtet ein griech. “Schriftstück”, vom Inhalt her eine darin enthaltene Vereinbarung (im Sing.) oder einen Entwurf für Gesetze bzw. eine Ausschreibung öffentlicher Bauten oder Verpachtungen (regelmäßig Pl., syngraphaí ). In der Bed. “vertragliche Abmachung” konkurriert s. mit synállagma , symbólaion, synthḗkē und homología (Poll. 8,140). Nur ein bestimmter Urkundentyp wird, im wesentlichen gleichbleibend vom 4. Jh. v. Chr. bis in die röm. Zeit, als s. bezeichnet: die private, vor Zeugen errichtete, von…

Syntheke

(234 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (συνθήκη). Das von mehreren “gemeinsam Festgesetzte”, häufig in einer Inschr. oder Urkunde aufgezeichnet (zumeist im Pl. gebraucht: synthḗkai). In der griech. Philos. werden nómos [1] und s. (als positive Satzung) der Natur (φύσις, phýsis) gegenübergestellt [3. 1168]. Als Vertrag(surkunde) wird s. im Völkerrecht der griech. Staaten und in privaten Beziehungen gebraucht. Je nach Inhalt (Bündnis, Freundschaft) oder Stadium des Abschlusses werden für s. als zwischenstaatliche Vereinbarung verschiedene Synonyma verwendet ([3. 1162-1164], vgl. …

Synegoros

(215 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (συνήγορος), wörtlich “Mitsprecher”. Person, die mit - nicht anstatt - einer Prozeßpartei vor Gericht das Wort ergreift; terminologisch von sýndikos nicht immer unterschieden. Grundsätzlich mußte nach griech. Auffassung jede Partei ihre Sache persönlich vertreten. Im ant. Athen konnten in privaten und öffentlichen Prozessen synḗgoroi zugelassen werden, die entweder ein Näheverhältnis zur unterstützten oder Feindschaft zur bekämpften Partei behaupteten; nur Annahme von Geld war dem s. verboten (Demosth. or. 47,26). Da gemeinsames Vorgehen vor …

Timetos agon

(209 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (τιμητὸς ἀγών, “Verfahren mit Schätzung”). In Athen war jeder von einem dikastḗrion zu entscheidende Prozeß entweder “unschätzbar” oder “schätzbar”. Im ersten Fall ( atímētos agṓn ) war bereits durch Gesetz an den Schuldspruch eine bestimmte Sanktion geknüpft, etwa Todesstrafe, Verbannung oder eine feste Geldstrafe; im zweiten Fall ( timētaí díkai ) hatten die Geschworenen nach der Abstimmung über die Schuldfrage bei deren Bejahung noch ein weiteres Mal, nämlich über das Ausmaß der Strafe oder über die Höhe de…

Situ dike

(146 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (σίτου δίκη). Wörtlich “Getreide-” oder “Brotklage” auf Unterhalt. Im ant. Athen hatte ein Mann, der eine nach engýēsis (Begründung ehemännlicher Gewalt), aber noch vor dem Zusammenleben mit der Frau ( ékdosis [1]) empfangene Mitgift ( proíx ) bereits in Händen hatte oder diese nach Auflösung der Ehe noch zurückbehielt, der Frau einen Unterhalt von jährlich 18 % des Wertes der Mitgift (1,5 % monatlich) zu bezahlen. Der kýrios (“Gewalthaber”) konnte für seine Schutzbefohlene die s.d. erheben, aber auch mit δίκη προικός ( díkē proikós, “Mitgiftklage”) vorgehen …

Xenias graphe

(318 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] (ξενίας γραφή), wörtl. die “(An)Klage wegen des (Status eines) Fremden”. Popularklage wegen Anmaßung des athen. Bürgerrechts. Die griech. Polis war als Personenverband konstituiert, Fremde ( xénoi , vgl. [1. 1442-1447; 4. 18-27]) hatten trotz personenrechtlicher Freiheit grundsätzlich keinen Anteil an Familien- und Bürgerstatus sowie am Rechtsschutz. Die Rechte eines Bürgers (πολίτης/ polítēs; verm. vom ἀστός/ astós zu unterscheiden [3. 49-78]) durfte in Athen nur ausüben, wer mit Volljährigkeit in die Listen seines dḗmos [2] eingetragen worden wa…

Zweckverfügung

(291 words)

Author(s): Thür, Gerhard
[English version] Begriff der mod. Wiss. vom ant. griech. Recht. H. J. Wolff (1902-1983; Nachruf [4]) entdeckte im Vertragsrecht der griech. Poleis und des Hell. einen tragenden dogmatischen Grundgedanken; er weicht von den h., vom röm. Recht geprägten Vorstellungen wesentlich ab: Nicht die Willenseinigung zw. den Vertragspartnern ( consensus ) habe das Forderungsrecht des “Gläubigers” bzw. die Leistungspflicht des “Schuldners” erzeugt, sondern indirekt das Delikt der Schädigung (βλάβη/ blábē) des Gläubigervermögens durch das abredewidrige Verhalten des Schuld…

Apokeryxis

(144 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (ἀποκήρυξις; apokḗryxis). In Athens legal right of inheritance of the legitimate sons was compulsory. Disinheritance was not possible. The father could, though, renounce a son during his lifetime by apokeryxis and in this way exclude him from the inheritance (Demosth. 39,39; Aristot. eth. Nic. 1163b; see also Pl. Leg. 928d-929d). A similar provision is found in the law code of Gortyn IC IV 72 col. XI 10-17. Parallel manifestations in ancient oriental legal sources (Cod. Hammurabi 168 f.; 191) cannot be taken as models. Diocletian forbids apokeryxis (Cod. Iust. 8,4…

Paranomon graphe

(326 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (παρανόμων γραφή; paranómōn graphḗ). 'Action for improper legislation'. It was presumably only after the time of Pericles that there was introduced in Athens a public action ( graphḗ [1]) that could be raised within a year by a citizen without prior convictions against anybody who had proposed in the Assembly ( ekklēsía ) a resolution that contravened procedural prescriptions or an existing law. The thesmothetairchontes I.) had jurisdiction, and the dikastḗrion (on one occasion even packed with 6,000 jurors, Andoc. 1,17; 415 BC…

Katapontismos

(130 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (καταποντισμός; katapontismós). To throw into the sea - the killing of a person by drowning, or the cultic sinking of objects. If the sea was distant, the katapontismos could be performed at a river. Already in myth, katapontismos is attested as a special act of cruelty, or as a capital punishment with the mark of an ordeal (the gods could save the condemned) in cases when the right to a burial and death cult had been forfeited. In historical times, tyrants or cruel rulers were punished with katapontismos, although sometimes only their corpse or even their statue wa…

Diamartyria

(282 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (διαμαρτυρία; diamartyría). A ‘testimonial decision’, an archaic procedure different from normal witness evidence: based on the testimony of one or more witnesses, it was an act with formal determining powers, which in Athens was predominantly admissible in administrative proceedings in respect of inheritance. Such proceedings were initiated by someone with a claim to the estate who was not one of the direct heirs. He would apply for the assignment of the estate (  epidikasía ). A direct heir would then appear as respondent, and suppl…

Horoi

(269 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (ὅροι; hóroi). Boundary stones marking the boundaries (also called horoi) of political territories, temple districts and properties, public places and private land throughout the entire Greek world. They bore only the inscription hóros, sometimes with more precise additions, and were under the protection of Zeus Horios. Following inter-state arbitration in border disputes [4] and revision of leased temple land [8], commissions of ὁρισταί ( horistaí) often appeared to set the horoi in the site. As the Greek poleis did not have a  land register, horoi also function…

Katakremnismos

(85 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (κατακρημνισμός; katakrēmnismós). Archaic form of capital punishment by throwing the victim from a rock (at Athens into the Barathron, at Delphi - because of hierosylía - from the Hyampic Rock, in Sparta into the Caeadas). Later denounced as particularly cruel. The punishment by katakremnismos was regarded as a cultic sacrifice; if the victim survived the fall, he was exempt from further punishment. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography G. Thür, Die Todesstrafe im Blutprozeß Athens, in: The Journ. of Juristic Papyrology 20, 1990, 143-155.

Kataballein

(46 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[German version] (καταβάλλειν; katabállein). Any method of making a monetary payment, or paying for other services. Plentiful evidence from public life in [1]. Payment of legal fees in IPArk 17,42 (=IG V 2,357). Thür, Gerhard (Graz) Bibliography 1 J. Oehler, s.v. K., RE 10, 2357f..
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