Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Hinkende Bote, Der

(194 words)

Author(s): E. Henze †
Der erste H. B. ist in Braunschweig als Zeitungstitel aus dem Jahr 1607 nachgewiesen. Als Kalendertitel taucht er (ohne Druckort) 1640 zum ersten Mal auf. Doch schon aus 1587 kann zitiert werden: «Post-Reuter, der ich bin genandt, dem Hinkenden Bothen wol bekand ...» Eine Flut von H.n B.n breitete sich seit 1676 von Basel kommend über Colmar, Bern, Frankfurt, Darmstadt, bes. am Mittelrhein aus. In seiner Vorrede «Der Rheinländische Hausfreund spricht mit seinen Landsleuten und Lesern und wünscht…

Hinman, Charlton Joseph Kadio

(82 words)

Author(s): M. L. Ford
* 10.2. 1911, † 16. 3. 1977, amer. Bibliograph, Erfinder des «Hinman Collator». Er unternahm den Textvergleich von 80 Ex. der First Folios Shakespeares in der Folger Shakespeare Library. Daraus entstand «The Printing and Proof-reading of the First Folio of Shakespeare» (Oxford 1963), ein Meilenstein der analytischen Bibliographie. M. L. Ford Bibliography Hinman, C.: Mechanized Collation at the Houghton Library. In: Harvard Library Bull. 9. 1955, S. 132–134 Who Was Who in America. Bd. 7: 1977–1981. Chicago 1981.

Hinman-Collator

(144 words)

Author(s): D. Kranz
ist ein optisches Gerät, das von dem Shakespeare-Forscher Charlton Hinman (1911-1977) entwickelt und zum Vergleich (Kollation) von 80 Ex. der Folio-Ausgabe von Shakespeares Werken (1623) eingesetzt wurde. Es ermöglicht das Herausfinden von Doppeldrucken und greift damit das von Bogeng im Jahre 1911 empfohlene Verfahren auf, erlaubt eine detaillierte Rekonstruktion des Druckprozesses, die Entwicklung einer Methode der Setzererkennung und letztendlich das Erstellen eines «idealen» synthetischen Te…

Hinrichs' Katalog

(224 words)

Author(s): U. Valentin
dt. Allgemeinbibliographie der Jahre 1851–1912, vom Verlag Hinrichs in Leipzig ab 1875 in 13 Mehrjahresbdn. hrsg., wobei Bd. 1–3 noch den Titel «Hinrichs Bücher-Catalog» führte. Hinrichs hatte 1861 A. Kirchhoffs Bücherkat. Bd. 1–2, 1851–1860, übernommen und in Fünfjahresverz. fortgesetzt. Grundlage der Verzeichnung bildeten die wöchentlichen und halbj. Listen des Verlags über die laufenden dt. Neuerscheinungen. Der Kat. ist alphabetisch nach Verf. und Sachtiteln geordnet und enthält auch Zss. Bi…

Hinrichssche, J. C., Buchhandlung

(388 words)

Author(s): E. Henze †
in Leipzig. 1796 nahm August Leberecht Reinicke den Johann Conrad Hinrichs (* 30. 10. 1765 in Harburg, † 8. 9. 1813 in Leipzig) in seine am 1. 8. 1791 gegründete Buchhandlung als Teilhaber auf. Firmiert wurde als Reinicke & Hinrichs. Seit 1801 führte Hinrichs das Geschäft als Alleininhaber und unter eigenem Namen fort. Im Juli 1798 legte er den ersten Halbjahrskat, vor, «Verz. der Bücher, Landkarten usw. ... ein vollständiges Verz. der von einer Messe zur andern wirklich erschienen Bücher, mit V…

Hinstorff Verlag

(90 words)

Author(s): D. Debes
Rostock. Der von Dethloff Carl Hinstorff (1811-1882) am 2.9.1831 gegr. Buchhandlung wurde 1835 eine Druckerei in Ludwigslust angeschlossen und das Unternehmen 1849 nach Wismar verlegt. Mit der Herausgabe von Lokalztg. (seit 1832 Kirchen- und Schulblatt für Mecklenburg) und Kalender (seit 1850 Voß und Haas-Kalender) begann der heimatverbundene Verlag ein Aufgabengebiet zu pflegen, dem sich der Verlag in der Betreuung niederdt. Autoren (Fritz Reuter, Klaus Groth), nordeuropäischer Belletristik, Li…

Hinterführen

(45 words)

Author(s): R. Golpon
heute beim Schriftsatz meist als Auspunktieren bezeichnetes Ausfüllen von Schriftzeilen mit gleichabständigen Punkten vom letzten Wort bis zur Seitenzahl am Satzspiegelrand. Wurde früher viel im Register- und Katalogsatz angewandt, vor allem auch bei Inhaltsverzeichnissen. R. Golpon Bibliography Bauer, F.: Handb. für Schriftsetzer. Frankfurt/Main 1922.

Hintergießen

(44 words)

Author(s): R. Golpon
bei der Herstellung des Galvanos Ausgießen und Verstärken der galvanisch als Niederschlag erzeugten Kupfer- oder Nickelhaut mit einer Bleilegierung (93% Blei, 4% Antimon, 3% Zinn) bis zur gewünschten Druckplattendicke. R. Golpon Bibliography Gygax, A. F.: Moderne Chemigraphie in Theorie und Praxis. Frankfurt/Main 1957.

Hinterkleben

(105 words)

Author(s): K. Jäckel
Der letzte buchbinderische Arbeitsgang beim Abpressen eines Buches ist das «H.» des gehefteten Buchrückens. Dies geschieht, je nach Gewicht des Buches, mit Molton, Gaze oder Papier. Bei einer Maschinenheftung wird die Heftgaze automatisch auf dem Buchrücken verleimt, wobei auch meist noch eine Hülse dazukommt. Im MA wurden, bis in die Neuzeit hinein, auf Pergament geschriebene Texte, die nicht mehr zeitgemäß erschienen, zerschnitten und vom Buchbinder als Hinterklebungen zwischen die Bünde bis auf die Innenseiten der Holzdeckel geklebt. D…

Hinterlassene Werke

(7 words)

Siehe Tod des Verfassers

Hinz, Jakob Friedrich

(161 words)

Author(s): P. Kaegbein
* 1734 (?) in Neidenburg/Ost-preußen, † 10. 2. 1787 in Pernau, Buchhändler und Verleger in Mitau, später Vogteigerichts-Sekretär in Pernau. Auf Grund seiner in Königsberg geknüpften Beziehungen zu Johann Jakob Kanter und Johann Friedrich Hartknoch übernahm H. die von diesem 1769 verkaufte Buchhandlung in Mitau, zunächst gemeinsam mit August Wilhelm Steidel, zog sich jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten wieder aus diesem Geschäft zurück. In seiner Verlagstätigkeit (1770–1778) arbeitete er ze…

Hippokrates

(89 words)

Author(s): B. Bader
(* 460 v. Chr.), berühmtester Arzt der Antike. Mit ihm verbindet sich ein frühes Beispiel einer Corpus-Bildung: Unter seinen Namen stellte man in der Anzeugten zahlreiche nach Form, Inhalt und Entstehungszeit verschiedenartige medizinische Schriften, so daß sich eine als «Corpus Hippocraticum» bezeichnete umfangreiche Textslg. bildete, deren Verfasserschaft im einzelnen schon früh unklar war; es ist nicht einmal sicher, ob überhaupt echte Schriften des H. darunter sind. B. Bader Bibliography Diller, H.: Stand und Aufgaben der Hippokratesforschung. In: Akad. d. Wis…

Hippokrates-Glossare

(165 words)

Author(s): G. Keil
Die exegetische Auseinandersetzung mit hippokratischen Schriften setzte bereits im 3. vorchristlichen Jh. ein (Aristophanes von Byzanz) und erlebte um 200 v. Chr. einen ersten Höhepunkt, als Bakcheios von Tanagra sein Glossar vorlegte, auf das spätere Hippokrates-Kommentatoren (Epikles, Apollonios Ophis) genauso zurückgegriffen wie Hippokrates-Lexikographen des 1.–3. nachchristlichen Jh.s. Die Scholien und Glossen-Slg. (Wörterverz. mit Erklärungen) waren meist fortlaufend angelegt und lassen an …

Hippo Regius

(102 words)

Author(s): B. Bader
antike Küstenstadt im heutigen Algerien, Bischofssitz des Kirchenvaters Augustinus. Dort gab es eine Kirchenbibl., die Augustin (De haeresibus epilógus 2; epist. 231,7) und sein Schüler und Biograph Possidius (18,9; 31,5.7) erwähnen. Sie enthielt die Bücher der Bibel, die Werke Augustins in bes. zuverlässigen Ex. und Schriften anderer. Ihre Erhaltung lag Augustin bes. am Herzen. Sie überstand die Zerstörung H.s durch die Vandalen im Jahre 431. B. Bader Bibliography Harnack, A. v. in: Preußische Akad. d. Wiss., Phil.-hist. Kl. Abhandlungen 1930, 1, S. 24–27 Wendel, C. / Göber, W. i…

Hiragana

(5 words)

Siehe Japanische Schrift

Hirmer Verlag

(186 words)

Author(s): E. Heme †
München, Ges. für Wiss. Lichtbild mbH. Von Max Hirmer (* 14. 3. 1893 in Straubing, † 17* 4· 1981 in München) am 5. 7. 1948 als Ges. für Wiss. Lichtbild gegründet, umbenannt am 20. 3. 1952. Von Haus aus Botaniker, wurde Hirmer Ordinarius in München mit dem Hauptarbeitsgebiet Palaeobotanik. 1936 wurde er durch die Nationalsozialisten wegen politischer Untragbarkeit vorzeitig pensioniert. Aus der in dieser Zeit mit Archäologie und Kunstgesch. sich befassenden Arbeit erwuchs einer der bedeutenden Ku…

Hirmologium

(89 words)

Author(s): E. Plümacher
ist ein liturgisches Buch für den byzantinischen Kirchengesang, das die im Morgengottesdienst gesungenen Hirmoi enthält. Als Hirmoi bezeichnete man die Modellstrophen, denen alle weiteren Strophen (Troparien) einer Ode metrisch und musikalisch nachgebildet sind. Die Slg. der Hirmoi begann im 9. oder 10. Jh.; bereits aus dem 10. Jh. existieren Hirmologien mit Musikzeichen (Neumen). E. Plümacher Bibliography Busch, R. v.: Untersuchungen zum byzantinischen Heirmologion. Diss. Hamburg 1971 Velimirovic, M.: The Byzantine Heirmos and Heirmologion. In: Gattungen der M…

Hirn, Yrjö

(83 words)

Author(s): T. Nielsen
* 7. 12. 1870 in Lappeenranta, † 23. 2. 1952 in Helsinki, finnischer Lit.historiker; tätig an der UB Helsinki 1894–1910, Professor fiir Ästhetik ebd. 1910 bis 1937. Seine Schriften enthalten wertvolle Beiträge zur Buchgesch.; seine große Privatbibi., die er mehrmals (u.a. in Bonniers litterära magasin 7. 1938, S. 335–342) beschrieben hat, wurde nach seinem Tod aufgelöst. T. Nielsen Bibliography Hirn, S.: Y. H.s litterära verksamhet. In: Historiska och litteraturhistoriska studier 29. 1953, S. 155–217 Rantavaara: Y. H. Bd. 1–2. Helsinki 1977–1979.

Hirsau

(860 words)

Author(s): H. Finger
ehemalige, 1059 (nach einer Erstgründung um 830) durch den Grafen Adalbert II. von Calw auf Veranlassung seines Onkels Papst Leo IX. wiedergegründete Benediktinerabtei im Nagoldtal. H., damals von Einsiedeln besiedelt und dann unter Einfluß von St. Emmeram (Regensburg), schloß sich 1079 der cluniazensischen Reform (ohne konstitutionelle Unterordnung unter Cluny) an und wurde u.a. durch zahlreiche Tochtergründungen zum Zentrum einer eigenen Reformgruppe. Diese hatte vor allem während des Investit…

Hirschberger, Egon

(57 words)

Author(s): R. Hacker
* 10. 2. 1924 in München, † 5. 5. 1975 ebd., Bibliothekar. Seit 1956 an der Bayerischen SB in München tätig, schuf H. hier den (später abgebrochenen) systematisch-geographischen Kat., dessen Klassifikation und Notationsmethodik als Grundlage für die Mitte der 1970er Jahre in der BRDeutschland diskutierte, 1977 aufgegebene Einheitsklassifikation diente. R. Hacker Bibliography Habermann/Klemmt/Siefkes S. 128.
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