Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Hibbert, George

(69 words)

Author(s): G. P.Jefcoate
* 1757 in Manchester, † 8. 10. 1837 in Munford bei Watford, Hertfordshire, engl. Kaufmann und Sammler von Bildern und Büchern. H. gehörte zum Kreis T. Dibdins, war Mitglied des Roxburghe-Club und gab 1819 eine Ausg. von Caxtons Übers, der «Metamorphosen» Ovids heraus. G. P.Jefcoate Bibliography DNB Vol. 26, S. 343 Ricci, S. de: Engl. Collectors of Books and Mss. Cambridge 1930 (ND Bloomington 1960), S. 100.

Hibbert Press

(62 words)

Author(s): R. Cave
engl. Privatpresse, die 1827–1828 von James Watson für Julian Hibbert in Kentish Town, London, betrieben wurde. Sie wurde auch für zwei griech. Werke benutzt, für die eine eigene Type geschnitten wurde. R. Cave Bibliography Gilmour, J. S. L.: Julian Hibbert. In: The Book Collector 9. 1960, S. 446–451 Cave, R.: The Private Press. 2. Aufl. New York 1983, S. 314–317.

Hiberno-sächsische Handschriften

(32 words)

Author(s): E. König
Gruppe von angelsächsischen Buchmalereien, die unter starkem irischen Einfluß im 8. Jh. entstanden sind, wie das Book of Lindesfarne. Wichtig für die weitere Entwicklung der insularen Buchkunst. E. König

Hic incipit

(5 words)

Siehe Incipit

Hic nullus est defectus

(137 words)

Author(s): S. Corsten
(hier ist nichts ausgefallen). Dieser Vermerk steht z. B. auf Bl. 130r eines frühen Mentelindruckes (HC 5034, nicht nach 1466) und besagt, daß an der im Druck freigebliebenen Stelle kein Text fehlt. Hinweise dieser Art finden sich auch bei anderen Druckern des 15. Jh.s. Sie verraten die Schwierigkeiten, die durch die Aufteilung größerer Werke in Setzerabschnitte verursacht wurden. Da das Ende eines solchen Abschnitts nicht genau berechnet und auch nicht immer durch lokkeren bzw. komprimierten und mit viele…

Hidalgo, Dionisio

(80 words)

Author(s): K. Wagner
* 1809 in Medina de Pomar (Provinz Burgos), † 1866 in Madrid, span. Buchhändler und Bibliograph. Das von ihm begründete «Boletín bibliográfico español» (Madrid 1840–1849) stellt den ersten Versuch einer laufenden span. Nationalbibliographie dar. Sein Hauptwerk, «Diccionario General de Bibliografía Española» (Madrid 1862–1881, 7 Bde.; ND Hildesheim 1973), erfaßt in Auswahl Bücher des 15.–18. Jh.s; für das 19. Jh. wird jedoch Vollständigkeit erstrebt. K. Wagner Bibliography Fernandez Sánchez, J.: Historia de la bibliografía española. Madrid 1983, S. 102–105.

Hielmstierne, Henrik

(93 words)

Author(s): T. Nielsen
* 1. 1. 1715 in Kopenhagen, † 18. 7. 1780 ebd., dän. Büchersammler, reicher Kaufmannssohn, als hoher Beamter geadelt. Bes. hervorragend als Büchersammler. H. spezialisierte sich auf dän. Drucke, zu deren Erhaltung er viel beigetragen hat. Seine Slg. (ca. 10 Tsd. Bde., gedr. Kat. 1782–1785) wollte er als Familienfideikommiss bewahren. Da aber seine Tochter in der Ehe mit dem Grafen M. G. Rosencrone kinderlos war, schenkte sie diese Slg. der Kgl. Bibl, in Kopenhagen, in der sie gesondert aufgestellt ist. T. Nielsen Bibliography Nystrøm, E.: Den grevelige Hielmstierne-Rosencronesk…

Hierarchische Klassifikation

(305 words)

Author(s): I. Dahlberg
1. Erläuterung. Unter einer Hierarchie ist im allgemeinen ein System zu verstehen, das eine Überordnung und Unterordnung sowie auch eine Neben- oder Gleichordnung von Elementen irgendwelcher Art enthält. Da ein Klassifikationssystem (KS) im allg. Begriffe und Klassen in einer solchen Ordnung enthält, ist imgrunde jedes KS schon hierarchisch angelegt. Der Begriff «H. K.» ist offenbar in Opposition zu solchen KS entstanden, die zu ihrer Untergliederung allg. und spezielle Kategorien verwenden, wie d…

Hieratica

(4 words)

Siehe Augusta

Hieratische Schrift

(416 words)

Author(s): U.-B. Kuechen
ist die Kursivform der ägyptischen Hieroglyphen, die diese beim Schreiben mit der Binse (später auch Rohrfeder) auf einer glatten Fläche (Papyrus, Kalkstein, Ton, Holz, Leder, Leinen) annehmen. Es liegt also das gleiche hieroglyphische Zeichensystem vor, und im Prinzip entspricht ein hieratisches Zeichen je einem hieroglyphischen, jedoch tendieren die hieratischen Zeichen zur Vereinfachung, zur Ligaturbildung sowie zur Auflösung der ursprünglichen hieroglyphischen Bildhaftigkeit. Die h. S. kennt…

Hieroglyphen

(592 words)

Author(s): U.-B.Kuechen
bezeichnen allg. Schriftzeichen, welche die Form von Bildern haben (dagegen Bilderschrift), wie die noch unentzifferten der Harappakultur (Induskultur, ca. 3.–2. Jahrtausend v. Chr.), die nur inhaltlich ein wenig gedeuteten der Osterinsel (Ursprung und zeitliche Erstreckung noch unerforscht), die der Nakhi (tibetobirmanische Sprache seit Christi Geburt), die des weitgehend entzifferten H.-hethitisch (anatolische Sprache um 1500 v. Chr.–nach 1. Jahrtausend v. Chr.) und speziell die der ägyptischen Schrift, welche erstmals die Griechen «heilige Schriftzeichen» ιερογλυ…

Hieronym

(14 words)

Author(s): Red.
heiliger Name, der jemandem beim Eintritt in eine Kultgemeinschaft gegeben wird. Red.

Hieronymus, Sophronius Eusebius

(591 words)

Author(s): J. Hönscheid
(* ca. 347 in Stridon, † 30. 9. 420), Kirchenvater. Studienzeit in Rom, wo er u.a. Donat hörte, eifrig lat. Klassiker las und den Grundstock zu seiner bedeutenden Privatbibl, legte. Etwa 19jährig ließ er sich taufen. Für den Christen standen die antiken Klassiker nun im Dienste seines Bemühens um die Bibel. Nach längerer Zeit der Unstetigkeit und «geistlicher Bildungsreisen» (Campenhausen) ließ er sich 386 in Bethlehem nieder, wo er bis zu seinem Tode ein Kloster leitete. In seinem Werk wird er «zum Lehrer einer asketischen Bildung, zum Theologen der heiligen Schrift» (Campenhausen). …

Hiersemann, Anton

(291 words)

Author(s): R. W. Fuchs
* 9. 11. 1891 in Leipzig, † 2 3. 9. 1969 in Stuttgart, Verleger und Antiquar. Der Sohn des Buchhändlers und Antiquars K. W. H. erhielt seine buchhändlerische Ausbildung in Leipzig bei Weigel, in Moskau und in den USA, bes. bei Brentano's in New York. Er trat 1920 in das väterliche Unternehmen ein, in dem er sich bevorzugt der Weiterentwicklung des Verlages widmete und nach dem Tod des Vaters (1928) auch sehr erfolgreich als Antiquar internat. tätig war. Die Jahre der Inflation nach dem Ersten We…

Hiersemann, Anton, Verlag

(441 words)

Author(s): R. W. Fuchs
Aus dem 1884 von Karl W. Hiersemann in Leipzig gegründeten Antiquariat und Exportsortiment entstand ab 1892 ein wiss. Verlag. Erstes Verlagswerk war der Titel: L. Bickell, Bucheinbände des 15. bis 18. Jh.s. In den folgenden Jahrzehnten waren Buchgesch. und Bibliographie, Kunstgesch. und Kunstgewerbe, Literaturwissenschaft, Americana und Orientalia die bevorzugten Verlagsgebiete. Aus der engen Verbindung zu den großen Bibl.en Deutschlands ergaben sich Publikationen wie die «Mitteilungen aus der P…

Hiersemann, Karl Wilhelm

(369 words)

Author(s): R. W. Fuchs
* 3. 9. 1854 in Bortewitz (Sachsen), † 9. 9. 1928 in Leipzig, Buchhändler und Antiquar. H. enstammte einer bäuerlichen Familie Sachsens und entschied sich bereits 13 jährig für den Buchhändlerberuf, wozu er Ausbildungsjahre in Leipzig an der Buchhändler-Lehranstalt sowie bei List & Francke und in Mannheim bei J. Bensheimer absolvierte. 1876 ging er nach London, um bei den Antiquariaten David Nutt und Trübner & Co. zu arbeiten, ab 1881 war er bei K. F. Koehlers Antiquarium in Leipzig tätig. An se…

Hierta, Lars Johan

(103 words)

Author(s): T. Nielsen
* 23.1.1801 in Stockholm, † 20. 11. 1872 ebd., schwed. Buchdrucker und Verleger, führender liberaler Politiker (Mitglied des Reichstages 1828–1872). H. kaufte 1829 eine Druckerei und gründete 1830 die liberale Ztg. «Aftonbladet», die er bis 1851 redigierte. Er verkaufte dann jedoch die Druckerei, entwikkelte aber den Verlag zu einem der größten Schwedens, bes. mit Übersetzungen schöner und populärwiss. Lit. Für die Lektüre breiter Schichten hat H. große Bedeutung gehabt. Er war ferner Großkaufma…

Hierta, Per

(99 words)

Author(s): T. Nielsen
* 25. 10. 1864 auf Främmestad (Västergötland), † 22. 7. 1924 ebd., schwed. Büchersammler, Freiherr, Gutsbesitzer. Der glückliche Erwerb galt ihm mehr als der Besitz; von wertvollen Slg. hat er sich mehrmals wieder getrennt, so kamen z. B. 1911 ca. 200 Wiegendrucke zur Kgl. Bibl. Stockholm. In späteren Jahren sammelte er bes. skandinavische Frühdrucke, eine Slg. ohne Parallele im 20. Jh.; sie wurde 1932 versteigert. H. schrieb viele Veröff. zur Buchgesch., die z. T. in «Ex bibliotheca Fraemmestadiensi» (1914) gesammelt sind. T. Nielsen Bibliography Lindberg, S. G. in: Svenskt biog…

HiFi-Endlosdruck

(66 words)

Author(s): R. Golpon
Druck großformatiger, mehrfarbiger Bildmotive – meist Anzeigen – im Rollenrotationsdruck, zumeist im Tiefdruck, seltener Offsetdruck. Die endlos tapetenartig vorbedruckte Bahn wird wiederaufgerollt und im Zeitungsrotationsdruck ergänzend (z. B. rückseitig) bedruckt. In der Ztg. erscheint dann das Endlos-Bild wenigstens einmal vollständig. Diente zur Wiedergabe von Bildmotiven in High-Fidelity-Druckqualität, als Ztg. noch im Hochdruck gedruckt wurden. R. Golpon Bibliography Golpon, R.: Lehrb. der Druckindustrie: Tiefdruck. Frankfurt/Main 1974.

High House Press

(71 words)

Author(s): R. Cave
engl. Privatpresse, die seit 1929 von James und Beatrice Masters in Shaftesbury (Dorset) betrieben wurde. 15 Werke wurden in Shaftesbury gedruckt, vorwiegend kleine Ausg. engl. Lyrik und Balladen. Nach Masters' Ausscheiden wurde die Presse nach Bristol verlegt; ihre Arbeit endete 1939. R. Cave Bibliography Risler, W.: British modern Press Books. London 1971, S. 157 bis 160 Cave, R.: The Private Press. 2. Aufl. New York 1983, S. 189.

Higman (oder Hygman), Jean (Johann)

(164 words)

Author(s): G. Gabel
in Paris wirkender Drucker und Buchhändler wohl dt. Ursprungs, dessen Offizin 1484 als erstes Werk Dominico Mancinis «Libellus de quattuor virtutibus» herausbrachte. Für diese Ausg. verwendete H. eine von Ulrich Gering geschaffene Antiqua. Daraus wird eine enge Zusammenarbeit zwischen H. und Gering abgeleitet, zumal H.s Presse sich zunächst gleichfalls in einem Gebäude der Sorbonne befand und er auch für spätere Drucke Schrifttypen aus der Werkstatt Gerings verwendete. Ab 1494 bis zu seinem Tode…

Hijar

(90 words)

Author(s): K. Wagner
Druckort des 15. Jh.s in Spanien. In dem in der Provinz Zaragoza gelegenen Ort errichtete Eliezer ben Abraham Alantansi 1485 eine hebräische Druckerei. Mit seinem Partner Solomon ben Maimon Zalmati gab er bis 1490 eine Reihe hebräischer Drucke heraus, für die Alfonso Fernández de Córdoba die Typen besorgt haben dürfte. Dieser war vorübergehend in H. tätig und druckte dort wahrscheinlich auch das «Manuale Caesaraugustanum» (ca. 1486). K. Wagner Bibliography Bloch, J.: Early Hebrew Printing in Spain and Portugal. In: Bulletin of The New York Public Library 42.1938, S. 385–392.

Hilacomilus

(5 words)

Siehe Waldseemüller, Martin

Hildeburn, Charles Swift Riché

(243 words)

Author(s): F.J. Mosher
* 14. 8. 1855 in Philadelphia, † 2. 5. 1901 in Bologna, amer. Bibliothekar und Bibliograph. H. wurde 1876 Bibliothekar des Philadelphia Atheneum und stellte in dieser Funktion Listen alter Pennsylvania-Drucke zusammen. Daraus entstand seine bekannte Bibliographie «A Century of Printing. The Issues of the Press in Pennsylvania, 1685–1784» (2 Bde., 1885–1886). 1883 verließ er das Atheneum und wurde Hrsg, der Staatsakten von Pennsylvania in der kolonialen Zeit; davon veröffentlichte er die ersten 1…

Hildegard von Bingen

(525 words)

Author(s): W. Milde
* 1098 in Bermersheim bei Alzey, † 17. 9. 1179 auf dem Rupertsberg bei Bingen, Äbtissin, prophetische Mystikerin, Seherin, auch Naturwissenschaftlerin und Ärztin, vom 15. Jh. an im römischen Martyrologium als Heilige genannt (Fest 17. September). Mit acht Jahren der Reklusin Gräfin Jutta von Sponheim auf dem Disibodenberg (Nahe) übergeben und von ihr erzogen, legte sie zwischen 1112 und 1115 die ewigen Gelübde ab und leitete nach Juttas Tod (1136) die Gemeinschaft der Schwestern (meist adeligen …

Hilden, Wilhelm

(75 words)

Author(s): W. Schochow
* 1551 in Berlin, † 19. 9. 1587 in Frankfurt/Oder, Gräzist und (seit 1581) Rektor des Gymnasiums zum Grauen Kloster. Er betrieb dort für kurze Zeit eine vom Kurfürsten Johann Georg privilegierte Druckerei, in der einige seiner Aristoteles-Ausg. erschienen. Er starb als Professor der griech. Sprache und der Mathematik an der Univ. Frankfurt/Oder, wohin er ein Jahr vor seinem Tode berufen worden war. W. Schochow Bibliography Crous, E. in: Gut.-Jb. 1930, S. 226–230.

Hildesheim

(1,046 words)

Author(s): H. Finger
1. Buchmalerei. Anfang und Höhepunkt der H.er Buchmalerei (sowie der Einbandkunst) fallen in das Pontifikat des heiligen Bernward (Bernwardbibel, Bernwards «Kostbares Evangeliar»). Das sog. «Ratmann-Sakramentar» (Domschatz: Nr. 37), das 1159 geschrieben wurde und von dem nur die Miniaturen und die großen Initialen erhalten sind (der Text wurde um 1400 für Neubeschreibung des Pergaments gelöscht) entstand 150 Jahre nach Bernwards Tod im Michaelskloster zus. mit seiner Schwesterhs., dem sog. «Stammh…

Hilfsarbeiten

(42 words)

Author(s): L. Delp
für das Werk eines anderen auf Bestellung, wobei das Schwergewicht beim Besteller hegt und das Interesse des Beauftragten an der Publikation zurücktritt. In solchen Fällen wird üblicherweise ein Bestellvertrag zwischen Auftraggeber und Beauftragtem über diese abhängige Verfassertätigkeit abgeschlossen. L. Delp

Hilfstafeln

(273 words)

Author(s): I. Dahlberg
Teil der Darstellung eines Klassifikationssystems (KS), in dem in eigenen Tafeln/Tabellen diejenigen Klassen und Begriffe aufgelistet werden, die als Hilfsklassen in Kombination mit den Klassen und Begriffen der Haupttafeln verwendet werden, wie z. B. in der Dezimalklassifikation (DK) die Tafeln für Sprachen, ethnische Gruppen, Dokumentenformen, Ortsbegriffe, Zeitbegriffe, allgemeine Aspekte, Materialien und Personen. Nach E. Shamurin geht die Idee der Einrichtung von Hilfstafeln auf Charles Ammi Cutter zurück, der in der Ankündigung von 1882 zu …

Hillen van Hoochstraten Jan

(200 words)

Author(s): A. Rouzet
als Drucker in Antwerpen 1525–1530 und 1535–1544 nachgewiesen. Er war gewiß ein Verwandter von Michiel Hillen van Hoochstraten; ob sein Sohn, ist ungewiß. Zus. mit einem gewissen Hadrianus Tilianus veröffentlichte H. 1525/1526 in Antwerpen rechtgläubige Schriften mit dem Material des Simon Corver aus Zwolle. Unter dem Signet und der Druckadresse des Michiel H. und mit dessen Lettern druckte H. 1540–1544 in Antwerpen. Die übrigen Jahre widmete er sich dem (meist geheimen) Druck häretischer Texte.…

Hillen van Hoochstraten, Michiel

(279 words)

Author(s): A. Rouzet
* um 1476 in Hoogstraten (nördlich von Antwerpen), † 1558 in Antwerpen, niederl. Drucker, Verleger und Buchhändler. Seit 1506 in Antwerpen tätig, erhielt H. 1516 ein Privileg, «alle nyeuwe boecken» zu drucken. Das Dokument bezeichnet ihn als Buchbinder. 1546 wurde ihm das Gewerbe des Buchdruckers und Buchhändlers genehmigt; nachdem er seine Tätigkeit allmählich einstellte, trat 1547 sein Schwiegersohn Franz Steelsius die Nachfolge an. H. Heß in Antwerpen mehr als 500 Veröffentlichungen in lat. u…

Hill, Frank Pierce

(135 words)

Author(s): F.J. Mosher
* 22.8.1855 in Concord, New Hampshire, † 24. 8. 1941 in Hartford, Connecticut, amer. Bibliothekar. Bevor H. 1889 Erster Bibliothekar der Newark Public Library wurde, hatte er schon freie ÖB in Lowell, Massachusetts, (1879–1884), Paterson, New Jersey, (1885–1887) und Salem, Massachusetts, (1888) eingerichtet. Nach seiner Tätigkeit an der Newark Public Library wurde H. Zweiter Bibliothekar an der Brooklyn Public Library (1901–1930) und entwickelte sie zu einem der besten Bibliothekssysteme im Land…

Hills, Henry, d. Ä.

(216 words)

Author(s): R. D. Harlan
† 1689 in St. Omer, engl. Drucker, Verleger und Buchhändler. H.s Laufbahn war erfolgreich während des Bürgerkriegs und der Restaurationszeit. Er wurde von den Puritanern einschl. Oliver Cromwells protegiert und genoß später die Gunst Karls II., für den er den Dienst als Stationer to His Majesty leistete, wie auch Jakobs II., obwohl dessen Unterstützung seinen Übertritt zum Katholizismus bedingte. Während seiner ganzen Berufstätigkeit war H. in die Auseinandersetzungen involviert, die die Kontrol…

Hilsenbeck, Adolf

(98 words)

Author(s): R. Hacker
* 23. 7. 1873 in Kimratshofen (bei Kempten), † 10. 2. 1947 in München, Bibliothekar. H. arbeitete 1896–1925 an der Bayerischen SB in München, zuletzt als Abteilungsleiter, war 1925–1938 Direktor der UB München und übernahm als Pensionär 1941–1947 die Leitung der Bibl, des Deutschen Museums. Zu den von H. durchgeführten organisatorischen Neuerungen an der UB München gehört die Einrichtung der Medizinischen Lesehalle im Klinikviertel. H. veröffentlichte Arbeiten vor allem zur Bibl.gesch. und war berufspolitisch engagiert, u. a. als Vorsitzen…

Himjarische Schrift

(6 words)

Siehe Sabäische Schrift

Himmelsatlas

(110 words)

Author(s): P. H. Meurer
ist eine Folge von in die Ebenen projizierten kartographischen Darstellungen des ganzen gestirnten Himmels oder eines Teiles davon. Vorläufer waren die auf antike Tradition zurückgehenden Sternkat. und Sternbildfiguren. Wichtige alte H.en schufen Johann Bayer (Augsburg 1603), Johannes Hevelius (Danzig 1687), John Flamsteed (London 1729) und John Eiert Bode (Berlin 1801). Ein Meilenstein in der modernen Konzeption war der «Atlas des nördlichen gestirnten Himmels» (Bonn 1863), die sog. «Bonner Durchmusterung». Himmelsatlas. Karte aus Goldmanns Himmelsatlas. München 1959 P…

Himmelsbücher

(588 words)

Author(s): G. Pflug
(Himmelsbriefe) sind Texte rehgiösen Inhalts, die einem übernatürlichen Autor zugeschrieben werden und von denen behauptet wird, daß sie vom Himmel gefallen seien. Zu den H. werden auch solche Texte gerechnet, die aufgrund einer göttlichen Inspiration von einem Menschen niedergeschrieben wurden (Apokalypse Johannis, Brief der Birgitta von Schweden an Papst Clemens VI.). Meist richten sich die H. an eine unbestimmte Gruppe von Menschen. Doch hat sich – seit der beginnenden Neuzeit – auch die Form…

Hind, Arthur Mayger

(179 words)

Author(s): F.J. Mosher
* 26. 8. 1880 in Hominglow, Burton-on-Trent, † 22. 5. 1957 in Henley-on-Thames, engl. Kunsthistoriker und Museumsverwalter. 1903 bis 1945 war H. tätig im Department of Prints and Drawings des Britischen Museums. Er schrieb «A Short Story of Engraving and Etching from the 15th Century to the Year 1914» (3. ed. 1923, ND 1963), «An Introduction to a History of Woodcut» (2 Bde. 1935, ND 1963) und ein Buch über Rembrandt (1932). Außerdem stellte er eine Reihe von Kat. zusammen. Sein siebenbändiges, i…

H: index entries

(11,422 words)

H Hsub:2-Druckfilm; Konversionsverfahren; Offsetdruck Haack, Hermann: Gotha; Klett, Ernst, Verlag; Perthes, Johann Georg Justus Haack, Wilhelm: Leipzig Haag, Eucharius: Imhof, Johann Rudolf Haag, Friedrich Emil: Haag-Drugulin Haag-Drugulin; Dragulin, Wilhelm Eduard; Leipzig Haager Abkommen: Schriftzeichengesetz Haake, Wilmont: Publizistik (Zeitschrift) Haan, Johann Chrysostomus: Straubing Haan, Magdalena: Straubing Haan, Melchior: Salzburg Haan, Simon (Gallus): Straubing Haar & Steinert: Rowohlt, Ernst Haarfeld, C. W.: Luchterhand, Hermann Haarfollikel: Pe…

Hinkende Bote, Der

(194 words)

Author(s): E. Henze †
Der erste H. B. ist in Braunschweig als Zeitungstitel aus dem Jahr 1607 nachgewiesen. Als Kalendertitel taucht er (ohne Druckort) 1640 zum ersten Mal auf. Doch schon aus 1587 kann zitiert werden: «Post-Reuter, der ich bin genandt, dem Hinkenden Bothen wol bekand ...» Eine Flut von H.n B.n breitete sich seit 1676 von Basel kommend über Colmar, Bern, Frankfurt, Darmstadt, bes. am Mittelrhein aus. In seiner Vorrede «Der Rheinländische Hausfreund spricht mit seinen Landsleuten und Lesern und wünscht…

Hinman, Charlton Joseph Kadio

(82 words)

Author(s): M. L. Ford
* 10.2. 1911, † 16. 3. 1977, amer. Bibliograph, Erfinder des «Hinman Collator». Er unternahm den Textvergleich von 80 Ex. der First Folios Shakespeares in der Folger Shakespeare Library. Daraus entstand «The Printing and Proof-reading of the First Folio of Shakespeare» (Oxford 1963), ein Meilenstein der analytischen Bibliographie. M. L. Ford Bibliography Hinman, C.: Mechanized Collation at the Houghton Library. In: Harvard Library Bull. 9. 1955, S. 132–134 Who Was Who in America. Bd. 7: 1977–1981. Chicago 1981.

Hinman-Collator

(144 words)

Author(s): D. Kranz
ist ein optisches Gerät, das von dem Shakespeare-Forscher Charlton Hinman (1911-1977) entwickelt und zum Vergleich (Kollation) von 80 Ex. der Folio-Ausgabe von Shakespeares Werken (1623) eingesetzt wurde. Es ermöglicht das Herausfinden von Doppeldrucken und greift damit das von Bogeng im Jahre 1911 empfohlene Verfahren auf, erlaubt eine detaillierte Rekonstruktion des Druckprozesses, die Entwicklung einer Methode der Setzererkennung und letztendlich das Erstellen eines «idealen» synthetischen Te…

Hinrichs' Katalog

(224 words)

Author(s): U. Valentin
dt. Allgemeinbibliographie der Jahre 1851–1912, vom Verlag Hinrichs in Leipzig ab 1875 in 13 Mehrjahresbdn. hrsg., wobei Bd. 1–3 noch den Titel «Hinrichs Bücher-Catalog» führte. Hinrichs hatte 1861 A. Kirchhoffs Bücherkat. Bd. 1–2, 1851–1860, übernommen und in Fünfjahresverz. fortgesetzt. Grundlage der Verzeichnung bildeten die wöchentlichen und halbj. Listen des Verlags über die laufenden dt. Neuerscheinungen. Der Kat. ist alphabetisch nach Verf. und Sachtiteln geordnet und enthält auch Zss. Bi…

Hinrichssche, J. C., Buchhandlung

(388 words)

Author(s): E. Henze †
in Leipzig. 1796 nahm August Leberecht Reinicke den Johann Conrad Hinrichs (* 30. 10. 1765 in Harburg, † 8. 9. 1813 in Leipzig) in seine am 1. 8. 1791 gegründete Buchhandlung als Teilhaber auf. Firmiert wurde als Reinicke & Hinrichs. Seit 1801 führte Hinrichs das Geschäft als Alleininhaber und unter eigenem Namen fort. Im Juli 1798 legte er den ersten Halbjahrskat, vor, «Verz. der Bücher, Landkarten usw. ... ein vollständiges Verz. der von einer Messe zur andern wirklich erschienen Bücher, mit V…

Hinstorff Verlag

(90 words)

Author(s): D. Debes
Rostock. Der von Dethloff Carl Hinstorff (1811-1882) am 2.9.1831 gegr. Buchhandlung wurde 1835 eine Druckerei in Ludwigslust angeschlossen und das Unternehmen 1849 nach Wismar verlegt. Mit der Herausgabe von Lokalztg. (seit 1832 Kirchen- und Schulblatt für Mecklenburg) und Kalender (seit 1850 Voß und Haas-Kalender) begann der heimatverbundene Verlag ein Aufgabengebiet zu pflegen, dem sich der Verlag in der Betreuung niederdt. Autoren (Fritz Reuter, Klaus Groth), nordeuropäischer Belletristik, Li…

Hinterführen

(45 words)

Author(s): R. Golpon
heute beim Schriftsatz meist als Auspunktieren bezeichnetes Ausfüllen von Schriftzeilen mit gleichabständigen Punkten vom letzten Wort bis zur Seitenzahl am Satzspiegelrand. Wurde früher viel im Register- und Katalogsatz angewandt, vor allem auch bei Inhaltsverzeichnissen. R. Golpon Bibliography Bauer, F.: Handb. für Schriftsetzer. Frankfurt/Main 1922.

Hintergießen

(44 words)

Author(s): R. Golpon
bei der Herstellung des Galvanos Ausgießen und Verstärken der galvanisch als Niederschlag erzeugten Kupfer- oder Nickelhaut mit einer Bleilegierung (93% Blei, 4% Antimon, 3% Zinn) bis zur gewünschten Druckplattendicke. R. Golpon Bibliography Gygax, A. F.: Moderne Chemigraphie in Theorie und Praxis. Frankfurt/Main 1957.

Hinterkleben

(105 words)

Author(s): K. Jäckel
Der letzte buchbinderische Arbeitsgang beim Abpressen eines Buches ist das «H.» des gehefteten Buchrückens. Dies geschieht, je nach Gewicht des Buches, mit Molton, Gaze oder Papier. Bei einer Maschinenheftung wird die Heftgaze automatisch auf dem Buchrücken verleimt, wobei auch meist noch eine Hülse dazukommt. Im MA wurden, bis in die Neuzeit hinein, auf Pergament geschriebene Texte, die nicht mehr zeitgemäß erschienen, zerschnitten und vom Buchbinder als Hinterklebungen zwischen die Bünde bis auf die Innenseiten der Holzdeckel geklebt. D…

Hinterlassene Werke

(7 words)

Siehe Tod des Verfassers
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