Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Z

(77 words)

Author(s): Th. Frenz
erst in augusteischer Zeit für griech. Fremdwörter dem lat. Alphabet angefügt. Urspr. stand es an 7. Stelle des Alphabets, verschwand dort aber, als der Laut infolge phonetischer Änderungen der Sprache (Rhotazismus) wegfiel; seine Stelle nahm das neugebildete G ein. Das Minuskel-z kann sich im Mittelband halten oder eine Unterlänge haben (geschwänztes z); letzteres ist oft schwer vom ç zu unterscheiden. In karolingischen Hss. gibt es mitunter ein sehr aufwendiges z mit ausgeprägter Oberlänge. Th. Frenz

Zacher, Ernst Julius August

(257 words)

Author(s): Red.
* 15. 2. 1816 in Obernigk, Kreis Trebnitz (Schlesien), † 23. 3. 1887 in Halle an der Saale, Germanist und Bibliothekar. Studierte zunächst in Breslau Theologie und Philologie, danach in Berlin bei Karl Lachmann und den Brüdern Grimm. 1844 erfolgte an der Univ. Halle die Promotion, ab 1848 katalogisierte er die Meusebachsche Bibliothek (Meusebach, Karl Hartwig Gregor Freiherr von). Er habilitierte sich 1854, ebenfalls in Halle, erhielt 1859 eine Professur für Germanistik an der Univ. Königsberg i…

Zackenstil

(558 words)

Author(s): H. Wolter-von dem Knesebeck
kunsthistorischer Verabredungsbegriff für einen vor allem im 13. Jh. verbreiteten hochma. Malstil, der neben der Buchmalerei auch in der Wand-, Glas- und der beginnenden Tafelmalerei, in der Textil- sowie der Goldschmiedekunst anzutreffen und darüber hinaus in verschiedenen Wechselwirkungen mit der Skulptur verbunden ist. Zuerst ist er bald nach 1200 im sächsischthüringischen Bereich (Elisabethpsalter, Landgrafenpsalter) faßbar und wird seit dem 2. Viertel des 13. Jh.s zum bis ca. 1270 / 1280 vo…

Zaehnsdorf, Joseph

(177 words)

Author(s): G. Brinkhus
* 27. 2. 1816 in Pest, † 7. 11. 1886 in London. Berühmter engl. Kunstbuchbinder, Sohn des dt. Kürschners Gottlieb Zaehnsdorf. Wuchs in Pest auf, absolvierte dann eine vierjährige Buchbinderlehre bei Kupp in Stuttgart. Nach Wanderjahren, in denen er in Wien, Zürich, Freiburg, Baden-Baden und Paris seine Fertigkeiten vervollständigt hatte, ging er 1837 nach London und machte sich dort 1842 selbständig. Z. arbeitete für alle großen Bibliophilen in England, beteiligte sich an den großen Ausstellunge…

Zagan

(4 words)

Siehe Sagan

Zagreb

(696 words)

Author(s): H. Röhling
deutsch Agram, Hauptstadt Kroatiens. Zurückgehend auf die Gründung eines Bistums 1094 in Gradec, ist Zagreb seit 1991 Hauptstadt des selbständigen und unabhängigen Staates Kroatien mit (2001) 780.000 Einwohnern, unter Berücksichtigung der Vororte 1,2 Millionen. Ungarisch-kgl. Freistadt seit 1241, wurdeZ.im 19. Jh. unter dem Einfluß des Illyrismus Zentrum der kroatischen Kultur und Wissenschaft. 1868/ 1869 geschah dies auf politischem und organisatorischem Gebiet, zuvor (1850) bewirkte der Zusammenschluß von vier Stadtteilen die eigentliche Stadtwerdung. Der National…

Zahlen

(877 words)

Author(s): Red. | Th. Frenz
sind so alt wie die Schrift oder noch älter. Schon die Knotenschnüre (Knotenschrift) dienten vornehmlich der Darstellung von Zahlen, ebenso die Kerbstöcke oder manche andere Zeichen. Hier war allerdings die Z. oft mit dem gezählten Gegenstand durch ein Zeichen wiedergegeben, so daß etwa 10 Köpfe durch 10 gleiche Darstellungen bezeichnet wurden; 10 Kerben mögen aber auch schon zur Bezeichnung zehn verschiedener Dinge gedient haben. Dieses System des einfachen Addierens war zur Darstellung größere…

Zahlensymbolik

(4 words)

Siehe Buchstabensymbolik

Zahlentafel

(4 words)

Siehe Tabelle

Zahlungsverkehr

(406 words)

Author(s): Th. Bez
Der buchhändlerische Verkehr verbindet seit Jh. den Herstellenden Buchhandel (Verlage) und den Verbreitenden Buchhandel miteinander. Im Mittelpunkt stehen dabei der Waren- und der Zahlungsverkehr. Beide konzentrierten sich vom MA bis zur Neuzeit auf die (Buch-) Messeplätze, die nach und nach zu Kommissionsplätzen (Kommissionsplatz) geworden sind, um ganzjährig den Liefer- und Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten. Solange es in den dt. Ländern verschiedene Währungen gab, wurde i. d. R. auf den Buchmessen abgerechnet. So entstanden in Leipzig die Buc…

Zählung von Bibliotheksbeständen

(209 words)

Author(s): S. Corsten †
Für die Bedeutung einer Bibl. ist der Bestandsumfang (Bestand) gewiß nicht der wichtigste Faktor. Dennoch spielen Anga-ben dazu in der Öffentlichkeitsarbeit eine wesentliche Rolle. Dabei ist aber zu bedenken, daß vor allem ältere Bibl.en meist nicht über genaue Zahlen verfügen. Wäh-rend für die neueren Zeiten die Zugangsverz. die zuverlässige Grundlage der Zahlenangaben bilden, ist der Um-fang der Altbestände meist nur ungenau bekannt. Diese bilden aber die Basis für die Ermittlung des Gesamtbestandes. Dem kann nur mit Z. begegnet werden. Als Verfahren hat sich bewährt, da…

Zahn, Albert von

(237 words)

Author(s): H. Wendland
* 10. 4. 1836 in Leipzig, † 16. 6. 1873 in Marienbad. Dt. Kunsthistoriker, Museumsdirektor, Herausgeber. Z. beabsichtigte, zunächst Künstler zu werden und begann ein Studium der Malerei an der Akademie der Künste in Dresden. Bald erkannte er, daß ihn die Kunstwiss. mehr anzog. Nach dem Studium erhielt er 1860 die Stelle eines Custos am neugegr. städtischen Museum in Leipzig und war zugleich als «wiss. Gehülfe» in der Weigel’schen Kunsthandlung tätig. Z. habilitierte sich 1866 und begann gleichze…

Zainer, Günther und Johannes d. Ä.

(543 words)

Author(s): H. Kraft
Beide waren Drucker, sie stammten urspr. aus Reutlingen. Vermutlich waren sie Brüder, zumindest verwandt. Günther Z. war einer der ersten Drucker der Inkunabelzeit in Augsburg, heiratete 1463 in Straßburg. Das Drucken erlernte er vermutlich beim Straßburger Drucker und Buchhändler Johannes Mentelin (um 1410–1478), der um 1466 die erste gedr. Bibel in dt. Sprache herausgab. 1468 war Günther Z. bereits in Augsburg als Drucker tätig. Schließlich wurde er 1472 Bürger der Stadt und Leiter der Druckerei vom Kloster St. Ul-rich und Afra. In seiner Offizin wurden ca. 80 Drucke im Ze…

Zalko

(224 words)

Author(s): Th. Keiderling
Abk. für den am 28. Mai 1923 eingeführten «Zahlungsverkehr Leipziger Kommissionäre». Der Zahlungsverkehr zwischen dem Herstellenden Verlag und dem Verbreitenden Buchhandel in Deutschland hat sich über Jh.e herausgebildet. Im Zuge der Modernisierung des Kommissionsbuchhandels übernahmen die Leipziger Kommissionäre (Buchhändlerischer Kommissionär) seit den 1830er Jahren zunehmend die Abrechnungsfunktion, zogen für ihre Verleger- und Sortimenter-Kommittenten die fälligen Rechnungen ein und führten …

Załuski, Andrzej Stanisław

(284 words)

Author(s): A. Swierk
* 2. 12. 1695 in Jedlanka, † 16. 12. 1758 in Krakau. Bruder des Józef Andrzej Załuski, Großkanzler der Krone, Bischof von Krakau (1746), Förderer der Wissenschaften, Mitbegründer der Załuskischen Bibliothek, Dr. iur. utr. der Päpstlichen Univ. in Rom. Bereits 1723, als damaliger Bischof von Płock, dachte Z. an die Gründung einer öffentlichen Bibl. in seiner Residenzstadt aus den Nachlässen seiner Onkel Andreas Chrysostomus Z. († 1711) und Ludwig Bartholomäus († 1721), änderte jedoch seine Pläne …

Załuski, Józef Andrzej

(323 words)

Author(s): A. Swierk
* 12. 8. 1702 in Jedlanka, † 9. 1. 1774 in Warschau. Bruder des Andrzej Stanisław a Załuski, berühmter Bibliophile und Bischof von Kiew, Schriftsteller, Förderer der Wissenschaften, Bibliograph, Mitbegründer der a Załuskischen Bibliothek in Warschau. Z. bereiste mit seinem Bruder Andrzej Stanisław Frankreich und Italien, studierte seit 1720 an der Sorbonne (Baccal. Theol.), anschließend in Krakau (Dr. iur. utr.), seit 1728 Kgl. Referendar. In den Jahren 1733–1742 weilte er im Ausland (Deutschlan…

Załuskische Bibliothek

(506 words)

Author(s): A. Swierk
die erste Verwirklichung der Idee einer poln. Nationalbibliothek, entworfen 1732 von Jósef Andrzej Załuski in seiner Schrift «Programma litterarium ad bibliophilos ...» in Anlehnung an Pläne seines älteren Bruders Andrzej Stanisława Załuski. Die Brüder vereinten ihre umfangreichen Privatslg.en 1747 in dem von A. S. Z. 1736 erworbenen und zum Bibl.gebäude umgebauten Daniłowicz-Palast in Warschau. Die Bibl. besaß damals ca. 200 Tsd. Bände, darunter ca. 10 Tsd. Handschriften, neben einer imposanten…

Zamorano Club

(118 words)

Author(s): G. Gabel
amer. Bibliophilenklub, gegr. 1928 in Los Angeles. Benannt nach Agustín Juan Vicente Zamorano (1798–1842), dem ersten in Kalifornien tätigen Drucker. Der Z. fördert das Interesse an handwerklich herausragend gestalteten und seltenen Büchern, insbes. mit Bezug zu Kalifornien, veröff. gelegentlich kleine Studien und Nachdrucke und veranstaltet Ausstellungen. Die Mitglieder treffen sich zumeist monatlich zu Vorträgen und gemeinsamen Dinners. Die Klubzs. «Hoja Volante» kam erstmals Mitte der 1930er …

Zamoyski-Codex

(94 words)

Author(s): A. Swierk
perg.Hs. (98 Bl.) des 14. Jh.s (ca. 1340) mit fast ausschließlich lat. Quellentexten zur poln. Geschichte, u. a. einer Abschrift der berühmten Chronik des ersten poln. Chronisten Gallus Anonymus, verfaßt Anfang des 12. Jahrhunderts. Sie gilt als Grundstein der poln. Geschichtsschreibung. Im 15. und 16. Jh. gehörte der Codex der poln. Adelsfamilie Łaski, kam später über den Geschichtsschreiber J. Długosz (1415–1480) in den Besitz der Zamoyskich und befindet sich heute in der NB in Warschau. A. Swierk Bibliography Encyklopedia wiedzy o książce (Enzyklopädie der Buchwissensc…

Zanach, Jakob

(93 words)

Author(s): Red.
geboren in Bautzen, Schriftsteller, Buchhändler in Zerbst. Seine auf Konrad Gesners «Bibliotheca universalis» (1545) und den Frankfurter Meßkatolgen aufgebaute «Bibliotheca theologica», Mühlhausen 1591, eine Auflistung von Büchertiteln auf 20 Blatt, gilt als früheste Fachbibliographie. 1606 gab er «Elenchus alphabeticus. Autorum et scriptorum, qui in sacro sanctos libros Biblicos ...», ein Verzeichnis von Bibelkommentaren heraus. Sein Hauptwerk sind die «Historischen Erquickstunden», in fünf Octavbänden, Leipzig 1609 bis ca. 1618. Red. Bibliography Schulze, J. D.: S…

Zander, Erich

(40 words)

Author(s): Red.
Druck- und Verlagshaus in Berlin, 1885 von Z. gegründet. 1905 schuf er als Hauptaktionär eine chemigraphische Anstalt, aus dieser ging dann die Dr. Selle-Eysler A G hervor, die 1936 in den alleinigen Besitz von Z. überging. Red.

Zander, Heinz

(145 words)

Author(s): C. Visel
* 2. 10. 1939 in Wolfen, lebt in Leipzig. Maler, Schriftsteller und Illustrator. Studierte 1959–1964 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Bernhard Heisig, 1967–1970 Meisterschüler bei Fritz Cremer an der Akademie der Künste Berlin. In Malerei und Zeichnung starke Neigung zum Grotesken und zur altdt. Lit. (Oswald von Wolkenstein, Historie von Dr. Faustus u. a.), die sich auch in seinen eigenen, gleichfalls ill. Dichtungen zeigt: «Stille Landfahrten» (1981), «Pup- penspiel mit…

Zander, Louis

(239 words)

Author(s): Th. Keiderling
(1808–1887) gelernter Buchhändler. Seit 1826 für mehrere Buchhandlungen tätig: Zimmer-mann (Wittenberg), Schnuphase (Altenburg) und Gebr. Reichenbach (Leipzig). Am 1. 7. 1852 gab er in einem Geschäftsrundschreiben die Gründung des ersten selbständigen Barsortiments an, das er noch als ein «vollständiges Lager elegant und solid gebundener Exemplare der gangbarsten Bücher» bezeichnete. Diese Art des Zwischenbuchhandels wurde allerdings erst seit 1859 Barsortiment genannt (nach Carl Voerster im Unt…

Zanders GmbH

(129 words)

Author(s): Red.
Von Johann Wilhelm Z. (* 12. 1. 1795,† 4. 9. 1830) 1829 in Bergisch-Gladbach gegr. Papierfabrik. 1829 übernahm er als Alleininhaber die älteste Papiermühle, die Schnabelsmühle an der Strunde. 1867 wurde die zweitälteste Mühle in Bergisch-Gladbach, die Gohrsmühle, erworben. Die Papierfabrik zeichnete sich durch die Herstellung hochwertiger Papiere (Zanders Bütten) aus. Seit 2001 gehört Z. zur M-real, Finnland, die Papierund Kartonsparte zur finnischen Metsällitto Group. 1958 erfolgte die Einführung von Chromolux. 1965 wurde die Papierfabrik Refle…

Zanetti, Antonio Maria Conte di

(248 words)

Author(s): H. Wendland
* 1680 Venedig, † 1757 ebenda, Kunstsammler, Radierer- und Holz-schneider-Dilettant. Begann bereits mit 14 Jahren eine Folge von Köpfen zu radieren. Später machte sich Z. verdient um die Wiederbelebung des schon fast vergessenen Clairobscur-Holzschnitts und schnitt 1731 in dieser Technik die Bildfolge «Raccolta di varie stampe a chiaroscuro tratte dai disegni originali di Francesco Mazzvola, detto il Parmigianino ...» mit 40 Blättern. Eine zweite Edition ersch. 1739–1743, in zwei Bdn. mit 71 Cla…

Zanétti, Bartolomeo

(126 words)

Author(s): Red.
* 1486 in Casterzago bei Brescia, † 1552, ital. Buchdrucker vornehmlich griech. und lat. Werke. Von 1514 bis 1516 war er in Florenz in der Werkstatt von Filippo Giunta tätig; 1516 ist er in Rom nachgewiesen und von 1517–1520 hielt er sich erneut in Florenz auf. 1520 druckte Z. im Auftrag des Camaldoli-Klosters zu Fontebuono die «Regula eremiticae vitae». Nach einem dritten Aufenthalt in Florenz (1522–1524) begab er sich nach Venedig. Hier erwarb er eine eigene Druckerei und stellte von 1535 bis …

Zangemeister, Karl Friedrich Wilhelm

(218 words)

Author(s): K. Zimmermann
* 28. 11. 1837 in Hallungen (Thüringen), † 8. 6. 1902 in Heidelberg, klassischer Philologe und Bibliothekar. Ab dem Wintersemester 1856/1857 Studium der klassischen Philologie an den Univ. Bonn und Berlin, daneben Volontär an der UB Bonn (1858–1859, 1863). 1862 promovierte Z. in Berlin mit der Diss. «De Horatii vocibus singularibus». 1863–1865 und 1868 Aufenthalt in Italien als Mitarbeiter des «Corpus inscriptionum latinarum», 1868 bis 1873 Bibliothekar an der Herzoglichen Bibl. auf Schloß Fried…

Zanichelli, Casa Editrice Nicola

(152 words)

Author(s): Red.
Der Verlag wurde 1843 von Nicola Z. in Modena gegründet, 1867 nach Bologna verlegt. Veröff. wurde vor allem wiss. Literatur, so Mathematik, Gesch. und Naturwissenschaften. 1864 ersch. die Übersetzung von Charles Darwin «On the Origin of Species», 1921 Albert Einsteins «Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie». Der Verlag betreut die Werke von G. Carducci und G. Pascoli. Seit 1860 wird juristische Fachlit. herausgegeben, später kamen die Gebiete Physik, Biologie sowie Schulbücher hinzu. Einen großen Stellenwert im Verlagsprogramm nehme…

Zanis, Bartholomäus de

(83 words)

Author(s): Red.
erfolgreicher Frühdrucker in Venedig (tätig 1486–1514). Widmete sich vor allem dem Druck von Klassikerausgaben, aber auch ital. Schrifttums (Petrarca). 1489 folgte er einem Ruf seines Heimatortes Portese. Hier entstand als erster Druck des Ortes die «Statuta civilia comunitatis rippariae Salodii et Brixiensis» (Hain 15018). Hierauf kehrte Z. 1490 nach Venedig zurück. Red. Bibliography Fumagalli, G.: Lexicon typographicum Italiae. Florenz 1905, S. 313 Baroncelli, U.: La stampa nella Riviera bresciana del Garda nei secoli XV e XVI. Salò 1964, S. 13–15.

Zapf, Georg Wilhelm

(176 words)

Author(s): Red.
28. 3. 1747 in Nördlingen, † 29. 12. 1810 auf Biburg, bei Augsburg. Schreiber, Auto-didakt, Bibliograph und Polyhistor. Z. war Schreiber in Aalen (1765), Amtmann in Neibronn (1770), Sekretär des Grafen Emanuel Ludwig von Leonrodt in Wahrberg (1771), Notar in Augsburg (1773–1786). Seit 1786 lebte er auf seinem Gut Biburg bei Augsburg. 1784 wurde er zum Hofrat, 1786 zum Geheimrat und schließlich zum Hofpfalzgrafen ernannt. Z. hatte keine Univ.ausbildung genossen, dennoch war er ein umsichtiger Bib…

Zapf, Hermann

(308 words)

Author(s): R. Busch
* 8. 11. 1918 in Nürnberg, Schriftentwerfer, Kalligraph, Buchgestalter, Spezialist für computergesteuerte Satzherstellung und Hochschullehrer. Nach einer Lehrzeit als Retuscheur arbeitete Z. 1938 / 1939 in Frankfurt / M. in der Druckwerkstatt von Paul Koch, dem Sohn seines Vorbildes Rudolf Koch. Von 1947 bis 1956 war Z. künstlerischer Leiter der Schriftgießerei D. Stempel AG in Frankfurt/M. Dort entwarf er u. a. die Schriften Optima und Palatino. Lehrer für Schrift war er von 1948 bis 1950 an de…

Zapiór Tadeusz

(192 words)

Author(s): A. Swierk
poln. Verleger und Buchhändler, * 19. 1. 1899 in Wieliczka bei Krakau, † 30. 1. 1988 in Krakau. Z. studierte klassische Philologie und Pädagogik. Er war zuerst Gymnasiallehrer, später, 1928–1941, Leiter der technischen Abt. der Krakauer Filiale der Verlagsbuchhandlung Gebethner & Wolf. Die Ausbildung zum Verlagsbuchhändler erhielt Z. in Leipzig, unterbro-chen durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. 1945 gründete er in Krakau seine eigene erlagsbuchhandlung «Wiedza-Zawód-Kultura» (Wissen-Beruf…

Zaponlack

(183 words)

Author(s): H. Bansa
d. h. gelöstes Celluloid (Nitrocellulose), trocknet nach dem Verdunsten des Lösemittels (Amyl-, Ethylacetat) zu einem farblosen und durchsichtigen Film. Er wird eingesetzt u. a. als Korrosionsschutz für Buntmetalle und Holz. In den 1880er Jahren wurde er vom Militär im damaligen Deutschen Reich auch zur wasserfesten Imprägnierung von Generalstabskarten eingesetzt, was dazu führte, ihn auf den Konferenzen von St. Gallen 1898 und 1899 von Dresden für die Festigung von Tintenfraß geschädigtem Papie…

Zaretzky Otto

(83 words)

Author(s): S. Corsten †
* 12. 2. 1863 in Sülbeck (Schaumburg-Lippe), † 9. 4. 1930 in Köln. Stadtbibliothekar und Frühdruckforscher. Z. trat 1894 bei der StB (seit 1920 UStB) Köln ein und erhielt 1920 den Titel Professor. Er veröff. zahlreiche Studien zur Gesch. des Kölner Frühdrucks, u. a. «Die Kölner Büchermarken bis Anfang des 17. Jahrhunderts» (1898, zus. mit Paul Heitz, ND 1970), «Der erste Kölner Zensurprozeß» (906). S. Corsten † Bibliography Steimel, R.: Kölner Köpfe. Köln-Zollstock 1958, Sp. 447 Habermann /Klemmt /Siefkes, S. 392.

Zarncke, Eduard

(136 words)

Author(s): Red.
* 7. 8. 1857 in Leipzig, † 4. 3. 1936 ebenda, klassischer Philologe und Bibliothekar. Studium der klassischen Philologie in Straßburg, Leipzig und Heidelberg. 1880 wurde er mit der Arbeit «De vocabulis Graecanicis, quae tranduntur in inscriptionibus carminum Horatianorum» promoviert, 1884 erfolgte die Habilitation. 1888 erhielt er an der Univ. Leipzig eine Professur für klassische Philologie. 1899 wurde er Direktor der Münzsammlung, und 1902 Oberbibliothekar der UB Leipzig. Von 1891 bis 1924 bet…

Zarncke, Friedrich

(147 words)

Author(s): H. Kieser
* 7. 7. 1825 Zahrenstorf bei Schwerin, † 15. 10. 1891 in Leipzig. Z. studierte seit 1844 Germanistik und klassische Philologie in Rostock, Leipzig und Berlin. 1852 habilitierte er sich in Leipzig, wo er 1859 ordentlicher Professor für dt. Sprache und Lit. wurde. Er editierte Sebastian Brants«Narrenschiff» (1854) und arbeitete über Goethe und Christian Reuter. Z. war neben Wilhelm Müller Bearbeiter des «Mittelhochdeutschen Wörterbuches» (3 Bände, 1854–1866). 1848–1850 katalogisierte er mit Julius…

Zarotto (Zarotus), Antonio

(112 words)

Author(s): Red.
* 1450 in Parma, † 14. Juli 1510 in Mailand. Z. gilt als der früheste Mailänder Drucker, seit 1470 /(1471) dort tätig. Die ersten Drucke waren «De significatione verborum» von P. Festo (1471) und «Cosmographia» von P. Mela (ebenfalls 1471). Zu seinen berühmten Drucken gehören «Decamerone» (1476), «Vita die Francesco Sforza» von C. Simonetta (1479), «Canzoniere» von Petrarca (1499). Daneben ersch. in seiner Druckerei auch liturgische Arbeiten wie das «Missale Ambrosianum» (1475, 1488) und das «Missale Romanum» (1475). Z. werden über 176 Arbeiten zugeordnet. Red. Bibliography Fumag…

Zatta, Antonio

(100 words)

Author(s): Red.
(1757–1797) war einer der bedeutendsten venzianischen Drucker im 18. Jahrhundert. Er gab eine Vielzahl von Drucken auf allen Gebieten heraus. Dazu zählten Folio- und Miniaturbücher, wie das «Giornaletto Galante», philosophische Abhandlungen, Romane, Zeitungen, Modejournale, Breviere und zeitgenössische Schriften. Von 1784 bis 1802 ersch. der «Parnasso italiano» in 55 Bänden, von 1788 bis 1795 die «Opere teatrali» des Goldoni in 44 Bänden; der «Orlando Firioso» Ariots (1772–1773) hatte Zeichnunge…

Zauberbücher

(606 words)

Author(s): M. Frenschkowski
(auch «Grimoires», volkstümlich von alt-franz. «gramaire» «Grammatik» im Sinne «gelehrter Bücher») sind Sammelwerke mit magischen Ritualanweisungen, Beschwörungen und Rezepten. Ihre Abgrenzung gegenüber anderen Ritualhandbüchern ist schwierig und von den kulturellen Rahmenbedingungen abhängig. Im allg. werden nur Ritualtexte als Zauberbücher bezeichnet, die gesellschaftlich delegitimierte, «suspekte» Formen von Magie repräsentieren; die Grenzen sind in hohem Maße fließend, da sich das kulturelle…

Zawadzki, Józef

(206 words)

Author(s): Red.
* 7. (oder 15.) März 1781 in Koźmin (heute Koźmin Wielkopolski), † 7. 12. 1838 in Wilna. Poln. Buchhändler, Drucker und Verleger in Wilna. Er brachte über 800 Buchtitel heraus, zumeist auf Polnisch, aber auch auf Latein, Griechisch, Hebräisch und Litauisch. Zu seinem Verlagsprogramm gehörten sowohl schöngeistige als auch wiss. Werke. Exemplarisch zu nennen sind: 2 Bde. (1822–1823) «Poezje» von Adam Mickiewicz, Arbeiten des Historikers Joachim Lelewel (1786 bis 1861, so «Dzieje bibliotek do Dzien…

ZDB

(4 words)

Siehe Zeitschriftendatenbank

Zedler, Gottfried

(265 words)

Author(s): S. Corsten †
* 5. 12. 1860 in Vegesack (Bremen), † Ende Januar 1945 bei Küstrin / Oder, dt. Bibliothekar und Buchhistoriker. Nach philologisch-historischen Studien in Tübingen und Leipzig (Promotion 1885) begann Z. seine berufliche Laufbahn 1887 als Volontär bei der UB Marburg, 1885 wurde er als Kustos bei der LB Wies-baden eingestellt. Hier erhielt er 1905 eine Professur und wurde 1908 zum Oberbibliothekar ernannt, 1929–1933 leitete er vertretungsweise die Bibliothek. Das so vorbildlich erscheinende Beamten…

Zehn Gebote, Die

(315 words)

Author(s): V. Thum
Mit Glaubensbekenntnis und Vaterunser bilden die Z. die Grundlage der christlichen Kate-chese. Im frühen MA wurden nur die Gesetzesübergabe oder die Gebotetafeln mit Gott oder Moses abgebildet, seit der Einführung der Beichtpflicht 1215 sind Darstellungen der einzelnen Gebote bekannt: in Wandmalereien, Glasfenstern, Skulptur und Plastik sowie als Einblattdrucke, vor allem Beichtspiegel und Ablaßzettel, sowie im Buchdruck. Nahezu jede ma. Kirche enthielt einen Gebotezyklus. Drei Schemata waren gl…

Zeichenbreite

(88 words)

Author(s): A. Ihlenfeldt
Die Breite eines Zeichens einer Schrift wird vom Schriftdesigner bestimmt. Basis ist das Geviert. Es wird in eine maximale Zahl von Einheiten geteilt. Alle Zeichen bekommen eine vom Schriftdesigner individuell festgelegte Zahl von Einheiten, so daß die Abstände der Zeichen zueinander, die sog. Laufweite, ein ausgewogenes Wortbild ohne störende Lücken ergeben. Im digitalen Satz kann die Laufweite frei in ihren Proportionen manipuliert werden. Neben der proportionalen Laufweite aller Zeichen einer Schrift gibt es für be…

Zeichendrucker

(84 words)

Author(s): Ch. Reske
ist ein durch einen Computer angesteuertes Gerät für die Übertragung einzelner Zeichen als Ganzes mittels Typenrad oder Kugelkopf auf einen Bedruckstoff. Vorbild waren die vergleichbar aufgebauten, aber manuell betriebenen Schreibmaschinen. Wegen des beschränkten Zeichensatzes und der fehlenden Graphikfähigkeit wurden diese Systeme von den Matrixdruckern bzw. Seitendruckern verdrängt. Die Zehn Gebote. Heidelberger Block-buch-Dekalog. Holz schnitte. Um 1455. Zeichenbreite. Beim Monotype-Maßsystem (hier vergrößert) steht die Breite (Dickte) eines jede…

Zeichenleser

(26 words)

Author(s): C. Boßmeyer
Verfahren zur optischen Zeichenerkennung, OCR und OCR-Technik Die Vorlagen werden zunächst mit einem Scanner gelesen und durch spezielle Software in Textinformationen umgewandelt. C. Boßmeyer

Zeichenpapier

(96 words)

Author(s): H. Bansa
ist die Sammelbezeichnung für Papiersorten, die in Rohstoffauswahl und Oberflächengestaltung für künstlerische oder technisch-darstellende Zwecke bestimmt sind. Sie bestehen in der Regel aus hochwertigem Faserstoff (kein Holzstoff) und sind nicht nur masse-, sondern auch oberflächengeleimt (Leimung) und dadurch erhöht radierfest oder sogar abwaschbar (Aquarellpapier). Die Oberfläche kann, je nach intendierter künstlerisch-zeichnerischer Technik, besonders glatt, aber nicht glänzend, oder gekörnt sein. Ihr Flächengewicht liegt über 80 g/m2. Im weiteren Sinn we…
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