Der Neue Pauly

Get access Subject: Classical Studies
Edited by: Hubert Cancik and Helmuth Schneider (Antiquity) and Manfred Landfester (Classical Tradition).

Der Neue Pauly – published in print by Metzler Verlag – is the most complete and most authoritative modern encyclopedia of the ancient world currently available. In nearly 20,000 entries it covers two thousand years of history and culture of Greco-Roman Antiquity and the reception of this in the two thousand years that followed. This unique reference work is also available in print and online as Brill’s New Pauly.

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Fibel

(39 words)

Author(s): Prayon, Friedhelm (Tübingen)
[English version] (lat. fibula, von figibula; figere, “heften”, “stecken”), mehrteilige Gewandnadel. Aufgrund von Typen- und Dekorvielfalt eine der wichtigsten Leitformen für die Differenzierung und Phasenabfolge vor- und frühgesch. Kulturen. Zu Typen und Kulturen Nadel. Prayon, Friedhelm (Tübingen)

Fibrenus

(50 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Linker Nebenfluß des Liris in Latium im Gebiet zw. Sora und Arpinum, h. Fibreno. An der Mündung lag Ciceros villa (Cic. leg. 2,6), von der man Reste in der Abtei San Domenico bei Isola del Liri zu erkennen glaubt. Uggeri, Giovanni (Florenz) Bibliography Nissen Bd. 2, 670.

Fichte

(150 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Drei Coniferengattungen umfaßt dieser Name (πεύκη, picea, abgeleitet von pix = Pech), nämlich (a) die eigentliche F. oder Rottanne Picea abies [L.] Karst. = excelsa Link, die fast überall am Mittelmeer fehlt, (b) die Tanne ( abies, ἐλάτη, in manchen Arten auf mediterranen Bergen) und (c) die Föhre ( pinus, πίτυς, πεύκη). Das aus den Südalpen und Gebirgen auf dem Balkan in großem Stil geschlagene F.- und Tannenholz diente seit der Ant. als Bauholz - u.a. für Schiffe und ihre Masten [1. 38] - oder als Brennholz. Plin. nat. 16, 225 empfiehlt das gut zu verleimende Holz der abie…

Fictio

(360 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] Die noch in modernen Gesetzen angewendete Technik der Fiktion zur Anordnung von Rechtsfolgen für einen anderen als den urspr. geregelten Sachverhalt durch die Unterstellung, die Sachverhalte seien entgegen der Wirklichkeit identisch, geht auf die röm. Jurisprudenz zurück. Ausgangspunkt der Entwicklung ist die sakrale Regel simulacra pro veris accipiuntur (‘die Bilder werden als Wirklichkeit akzeptiert’): Die Priester als erste Experten des Rechts in der röm. Frühzeit haben die Vorstellung, die sich in der Sakralregel ausspric…

Fictores

(115 words)

Author(s): Siebert, Anne Viola (Hannover)
[English version] (“Opferkuchenformer”, Bäcker). Hilfspersonal der pontifices ( f. pontificum: CIL VI 1074; 10247) und Vestalinnen ( f. virginum Vestalium: CIL VI 786; 2134; Varro ling. 7,44, Cic. dom. 139), dessen Einrichtung von Ennius (ann. 115) auf Numa zurückgeführt wird. Die f. stellten das für das Opfer benötigte frische Gebäck ( liba) her - eine Aufgabe, die sie wohl von den Vestalinnen übernommen hatten - und waren z.T. bei den Opfern selbst anwesend. Vgl. strufertarii (Fest. 85 L.), die strues und fertum darbrachten. Siebert, Anne Viola (Hannover) Bibliography M. Ihm, s.v.…

Ficulea

(89 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet: Tribus Stadt in Latium, nordöstl. von Rom an der via Ficulensis (Liv. 3,52,3), nachmals via Nomentana [1. 43], lokalisiert bei Casale di Marco Simone Vecchio. Von Aborigines gegr. (Dion. Hal. ant. 1,16), dann von den Prisci Latini; von Tarquinius Priscus erobert (Liv. 1,38,4); municipium (Plin. nat. 3,64). Atticus (Cic. Att. 12,34) und Martialis (6,27,2) hatten bei F. Besitzungen. Uggeri, Giovanni (Florenz) Bibliography 1 A. Nibby, Analisi storico-topografico-antiquaria della carta dei dintorni di R…

Fideicommissum

(596 words)

Author(s): Manthe, Ulrich (Passau)
[English version] Das seit dem 2. Jh. v.Chr. (Ter. Andr. 290-298) neben dem legatum (Vermächtnis) auftretende f. (wörtl.: “das der Treue Anvertraute”) war eine Bitte des Erblassers an einen Erben oder Vermächtnisnehmer, einem Dritten etwas aus der Erbschaft oder die ganze Erbschaft auszufolgen. Da ein f. den Beschränkungen des zivilen Erbrechts nicht unterlag, diente es dazu, jemandem etwas letztwillig zuzuwenden, der nicht Erbe sein oder ein Legat empfangen durfte (Nichtbürger; Frauen nach der lex Voconia, Erbrecht III D; Unverheiratete und Kinderlose nach der lex Papia, caduc…

Fidelis

(82 words)

Author(s): Johne, Klaus-Peter (Berlin)
[English version] (Φιδέλιος) aus Mailand. Anwalt in Rom und 527/8 n.Chr. quaestor palatii des Ostgotenkönigs Athalaricus (Cassiod. var. 8,18f.). 536 wurde er von den Bürgern Roms und Papst Silverius zu Belisarios geschickt, um die Stadt zu übergeben (Prok. BG 1,14,5). Im oström. Dienst war er 537/8 praefectus praetorio. 538 geriet er bei Ticinum in die Hände der Goten, die ihn als Verräter töteten (Prok. BG 1,20,19f.; 2,12,27f.; 34f.). Johne, Klaus-Peter (Berlin) Bibliography PLRE 2, 469f. Stein, Spätröm. R. Bd. 2, 348, 354.

Fidenae

(140 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet: Tribus Latinische Stadt auf einem Hügel links des Tiberis an der via Salaria (Tab. Peut. 5,5), fünf (Dion. Hal. ant. 2,53) oder sechs (Eutr. 1,4,19) Meilen von Rom entfernt. Seit der Eisenzeit besiedelt [1], nahm an den feriae Latinae auf dem mons Albanus teil (Plin. nat. 3,69). Im 5. Jh. mit Veii verbündet (Liv. 4,17ff.). In der Zeit des Horatius (epist. 1,11,8) fast ganz verlassen. 27 n.Chr. forderte der Einsturz des hölzernen Amphitheaters viele, v.a. aus Rom stammende Opfer (…

Fidenas

(63 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum)
[English version] Röm. Cognomen (“Sieger über Fidenae”), überliefert für Sergii und Servilii der frühen Republik (5./4. Jh. v.Chr.); der Dictator Q. Servilius Priscus soll 435 die Stadt Fidenae in Latium erobert und danach den Beinamen erhalten haben (Liv. 4,45,5). Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) Bibliography Kajanto, Cognomina 181 F. Münzer, s.v. Servilius, RE II A 2, 1789f.; 1803f. W. Reichmuth, Die lat. Gentilicia, 1956, 55.

Fidentia

(110 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Auguralname einer Stadt der westl. Aemilia ( regio VIII) an der via Aemilia (Itin. Anton. 288; Itin. Burdig. 616; Tab. Peut. 4,3) am Übergang über den Stirone, im MA Borgo San Donnino, seit 1927 Fidenza (Parma). Im 2. Jh. v.Chr. gegr. municipium; in den Bürgerkriegen von Lucullus belagert (82 v.Chr.; Plut. Sulla 17; Vell. 2,28; Liv. epit. 88). Niedergang zum vicus Fidentiola (Itin. Anton. 99; 127). Uggeri, Giovanni (Florenz) Bibliography A. Aimi, Storia di F., 1982 M.Calvani Marini, F., 1977 M. Catarsi, Il territorio fidentino nell'antichità, in: G. Ferrarini, C. Cr…

Fides

(1,218 words)

Author(s): Prescendi, Francesca (Genf) | Schiemann, Gottfried (Tübingen)
[English version] I. Religion F. ist die kultisch verehrte Personifikation der Treue und Wahrhaftigkeit [1]. Nach Varro (ling. 5,74) wurde sie von den Sabinern übernommen; ihr Kult ist noch am Ende des 2. Jh. n.Chr. bezeugt (Tert. apol. 24,5). F. wird als Frau mit Kranz oder Schleier auf dem Kopf und mit chitṓn und péplos bekleidet dargestellt [2]. Sie kommt oft in der Dichtung, selten in der Prosa vor. Sie gilt als uralte Gottheit (Sil. 1,329f.; 2,484ff.) und wird deswegen als cana gekennzeichnet (Verg. Aen. 1,292). Die legendäre Stiftung ihres Tempels auf dem Palatin geht…

Fides

(228 words)

Author(s): Büchli, Jörg
[English version] III. Christlich Die lat. Christenheit übersetzte pístis (πίστις) mit f. und gab so dem christl. Glaubensbegriff mit der Bed. “Vertrauen” bzw. “Vertrauenswürdigkeit” einen stark moralisch-rechtlichen Beisinn. Daher trat in der lat. Westkirche der Glaube ( f.) in einen klaren Gegensatz zur Erkenntnis (Tert. de praescriptione 7,13: ‘Wenn wir glauben, begehren wir nichts darüber hinaus zu glauben’), während in der Ostkirche beides eng miteinander verbunden war (z. B. Clem. Al. strom. 5,1,3: ‘Es gibt weder Erkenntnis, γνῶσις/ gnṓsis, ohne Glauben, pístis, noch …

Fiducia

(645 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Terminus für “Treuhand”, zuweilen (etwa Paul. sent. 2,13,1) auch für den Gegenstand der Treuhand. F. begegnet in vielen Teilen des röm. Privatrechts: Im Personenrecht gibt es die coemptio der Frau (eine Form der mancipatio , Gai. inst. 3,113) nicht nur zum Zwecke der Ehe ( matrimonii causa), sondern auch zum Zwecke der Treuhand ( fiduciae causa), etwa um eine Vormundschaft ( tutela ) zu vermeiden und eine andere (eines tutor fiduciarius) zu begründen (Gai. inst. 1,114; 115). Personenrecht und Schuldrecht (Schadensersatzrecht) verbinden sich in der …

Fieber

(375 words)

Author(s): Nutton, Vivian (London)
[English version] (πυρετός, febris) bezeichnet eigentlich ein Symptom, eine erhöhte Körpertemperatur, doch wird der Begriff von allen ant. medizinischen Autoren häufig zur Bezeichnung einer Krankheit oder einer Krankheitsklasse verwendet. Im mod. diagnostischen Sprachgebrauch deckt der Begriff eine Reihe von Zuständen ab, so daß die Identifizierung jedes antiken “F.” ohne weitere Untergliederung von F.-Arten oder ohne sonstige Symptombeschreibung zum Scheitern verurteilt ist. Solche Identifizierung…

Figulus

(31 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum)
[English version] Röm. Cognomen (“Töpfer”), in den Fasten der republikanischen Zeit für die Familie der Marcii und den Schriftsteller P. Nigidius F. bezeugt. Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) Bibliography Kajanto, Cognomina 322.

Figura etymologica

(5 words)

s. Figuren

Figuren

(1,784 words)

Author(s): Walde, Christine (Basel)
(lat. figura; griech. σχῆμα, schḗma; engl./frz. figure). [English version] A. Überblick F. sind Gestaltphänomene der Sprache jenseits der gramm. Primärstruktur. Sie werden in der Rhet. im Rahmen der elocutio unter der Rubrik ornatus (Schmuck) behandelt und zumeist als Abweichungen vom normalen Sprachgebrauch definiert; schlechte Dosierung stellt einen Ausdrucksmangel dar (Quint. inst. 9,3,3). Die F.-Lehre setzt voraus, daß es ein rohes Gerüst von Argumenten in einfachen Worten gibt, das bekleidet und ausgeschmückt werden muß. …

Figurengedicht

(1,316 words)

Author(s): Ernst, Ulrich (Wuppertal) RWG
Ernst, Ulrich (Wuppertal) RWG [English version] A. Einleitung (RWG) In der Ant. sind drei Formen des F. entwickelt worden: 1. das mimetische Umrißgedicht, das Mitglieder des Koischen Dichterbunds um bzw. nach 300 v.Chr. geschaffen haben: Simias von Rhodos in Form von Flügeln, Ei und Beil, Theokrit in den Maßen einer Syrinx und Dosiadas von Kreta in den Konturen zweier Altäre [4]; Zusammenhänge mit figurativer Epigraphik, magischen Formeln, Griphosdichtung und Versexperimenten lassen sich ebenso nachweise…

Figurengedichte

(343 words)

Author(s): Plotke, Seraina (Basel)
[English version] Gedichte, die einen Gegenstand abbilden. Semiotisch gesehen verbinden sie graphisch-ikonische und sprachlich-symbolische Zeichen [4. 140; 3]. Deren simultanes Erscheinen hat Auswirkungen auf den Rezeptionsvorgang, der sich zwischen dem Lesen der Wörter und dem Sehen des Bildes hin- und herbewegt (F. können nur visuell vollständig wahrgenommen werden). Zu unterscheiden sind: (a) Umrißgedichte, bei denen aufgrund polymetrischer Verse die äußeren Konturen des Gegenstandes wiedergege…
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