Der Neue Pauly

Get access Subject: Classical Studies
Edited by: Hubert Cancik and Helmuth Schneider (Antiquity) and Manfred Landfester (Classical Tradition).

Der Neue Pauly – published in print by Metzler Verlag – is the most complete and most authoritative modern encyclopedia of the ancient world currently available. In nearly 20,000 entries it covers two thousand years of history and culture of Greco-Roman Antiquity and the reception of this in the two thousand years that followed. This unique reference work is also available in print and online as Brill’s New Pauly.

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Sakai

(309 words)

Author(s): Brentjes, Burchard (Berlin)
[English version] (Σάκαι, Σάκκαι: Name in verschiedenen Varianten z. B. bei Aristoph. Av. 31; Xen. Kyr. 8,3,25-32; 8,3,35-50; Hdt. 7,64; Sacae: Plin. nat. 6,50 u. a.). Abgeleitet vom persischen Namen für die Nomaden Zentralasiens, evtl. nach der Selbstbezeichnung einer Stammesgruppe. Für Strab. 11,8,2 sind ‘die meisten der Skythen’ östl. des Kaspischen Meeres S. Nach den altpers. Inschr. gab es mehrere Verbände, die Sakā haumavargā (= Σκύθαι Ἀμύργιοι, etwa “die haoma-trinkenden S.”) und die Sakā tigraḫaudā (Σκύθαι Ὀρθοκορυβάντιοι, “die spitzhelmigen S.”), die Sakā para Sugda (…

Sakarauken

(198 words)

Author(s): Wiesehöfer, Josef (Kiel)
[English version] (Σακαραῦκαι, zum Namen [2. 68]). Völkerschaft, die, urspr. an den Grenzen Transoxaniens wohnend, von Strab. 11,8,2 (vgl. Iust. prol. 41) zusammen mit den Asioi, Pasianoi und Tocharoi zu den Eroberern Baktriens (im 2. Jh. v. Chr.) gezählt wird. Nachdem sich bereits parthische Könige des ausgehenden 2. Jh. v. Chr. mit “nomadischen” Völkerschaften an der östl. Reichsgrenze hatten auseinandersetzen müssen, gelang es den S. 78/77 v. Chr. sogar, mit Sanatrukes einen ihnen genehmen Arsa…

Sakastane

(126 words)

Author(s): Brentjes, Burchard (Berlin) | Duchesne-Guillemin, Jacques (Lüttich)
[English version] (Σακαστανή: Isidoros von Charax, Stathmoí Parthikoí 18 = GGM 1,253). Das Land am mittleren Etymandros (Helmand), zw. Arachosia und Drangiana, seit dem 2. Jh. v. Chr. von Sakai besetzt, bei Isidoros von Charax auch Paraitakene genannt. Als der indo-parthische König Gondophares das indische Sakenland eroberte, scheint er auch Arachosien und S. besetzt zu haben. Ardašīr (Ardaschir [1] I.), der erste Sāsānidenkönig (224-241), eroberte das Land S. Erst unter Hōrmazd II. (302-309) wurd…

Sakcharon

(224 words)

Author(s): Gutsfeld, Andreas (Münster)
[English version] (σάκχαρον, lat. sacc[ h] aron). Aus dem Mark des Zuckerrohrs, einer im Mittelmeerraum nicht heimischen Pflanze, gewonnener Zucker. Die Griechen lernten das Zuckerrohr und seinen süßen Saft erst mit dem Indienfeldzug des Alexandros [4] kennen (Strab. 15,1,20; Theophr. h. plant. 3,15,5). In kristalliner Form scheint Zucker nicht vor Beginn des 1. Jh. n. Chr., als der direkte Seehandel von Äg. nach Indien in Gang kam, in den Mittelmeerraum gelangt zu sein (peripl. maris Erythraei 14 Casson). Jedenfalls fand in dieser Zeit das Wort s. in der Bed. “Zuckerkorn” Eing…

Sakellarios

(60 words)

Author(s): Tinnefeld, Franz (München)
[English version] (σακελλάριος). Seit dem 5. Jh. n. Chr. ein Kämmerer am röm.-byz. Kaiserhof (Hof D.), im 8.-12. Jh. der oberste Aufseher über die staatl. Finanzen (letzte Erwähnung 1196), der ab 1094 zeitweilig mégas logariastḗs genannt wurde. Tinnefeld, Franz (München) Bibliography P. Schreiner, s. v. Finanzwesen, -verwaltung (A. I.f.), LMA 4, 456  P. Magdalino, s. v. S., ODB 3, 1828 f.

Sakkos

(136 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (σάκκος). Eine geschlossene Haube, die sich insbesondere im 5. und 4. Jh. v. Chr. als Kopfbedeckung griech. Frauen großer Beliebtheit erfreute. Der s. wurde nach Ausweis der Vasenbilder und Grabreliefs der attischen Kunst vorwiegend von Dienerinnen getragen, dagegen konnte er in der unterital. Kunst als Kopfbedeckung jeder Frau dargestellt werden. Sákkoi hatten vielfach auf der Kalotte eine Schlaufe zum Aufhängen, dazu herabhängende Troddeln; manche s. waren unverziert oder mit einfachen Strichen versehen, andere dagegen mit einer reichen Or…

Sakralrecht

(501 words)

Author(s): Podella, Thomas (Lübeck) | Rüpke, Jörg (Erfurt)
[English version] I. Altes Testament Ein S. im Sinne eines neben dem profanen Recht existierenden oder diesem sogar vorangehenden Rechtssystems läßt sich für das alte Israel nicht rekonstruieren. Im Zentrum der neueren Diskussion steht demgegenüber die Frage der “Theologisierung” bzw. der “Jahwesierung” des Rechts. Gemeint ist v. a. die im Buch Exodus (Ex 20,1 ff.: Dekalog und Bundesbuch) begegnende Vorstellung von dem Gott Jahwe als Gesetzgeber, der damit funktional eine im Alten Orient urspr. könig…

Säkularspiele

(6 words)

s. Ludi (K.); Saeculum

Sala

(411 words)

Author(s): Huß, Werner (Bamberg) | Kaletsch, Hans (Regensburg)
(Σάλα). [English version] [1] Fluß in der Mauretania Tingitana Fluß in der Mauretania Tingitana, der in den Atlantischen Ozean mündet, h. Oued Bou Regreg (Plin. nat. 5,5: S.; 9; 13: Salat; Ptol. 4,1,2; 4: Σάλα). Huß, Werner (Bamberg) [English version] [2] Phöniz. oder pun. Gründung Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet: Afrika | Handel | Phönizier, Punier | Straßen (neupunisch Slt). Phöniz. oder pun. Gründung in der Nähe der Mündung des gleichnamigen Flusses, h. Chella in Marokko (Mela 3,107: S.; Plin. nat. 5,5; 13: S.; Ptol. 4,1,2: Σάλα; Itin. Anton. 6,4: S. colonia; Not. di…

Salacia

(161 words)

Author(s): Wardle, David (Kapstadt)
[English version] Röm., mit Neptunus (Gell. 13,23,2) als dessen Gemahlin (Aug. civ. 7,22) verbundene Göttin und Mutter des Triton (Serv. Aen. 1,144), urspr. jedoch vielleicht die Personifikation eines Aspektes von Neptuns Wirkungsbereich. In der Moderne wird der Name von lat. salire (“springen”) abgeleitet und auf die Springkraft des (Quell-)Wassers zurückgeführt oder als die “Begattungsfreudigkeit” eines urspr. Nässe- und Feuchtigkeitsgottes Neptun gedeutet [1; 2. 255-257, 261 f.]. Die ant. Autoren verbanden die Göttin mit salum, “die See” (Varro ling. 5,72; Serv. …

Sala Consilina

(184 words)

Author(s): Kohler, Christoph (Bad Krozingen)
[English version] Mod. Ortschaft im Vallo di Diano (Prov. Salerno, Lucania), deren ant. Name nicht überl. ist. Ihre Bekanntheit verdankt sie den Nekropolen mit mehr als 1500 Gräbern frühgesch. Zeit (10. bis 6. Jh. v. Chr.), die im NW und SO des Ortes liegen; die Lage der zugehörigen Siedlung ist noch nicht gesichert. Reiche Grabinventare und sog. Waffengräber lassen auf eine Elite führender Familien schließen, zumal “Fürstengräber” mit prunkvoller und prestigeträchtiger Ausstattung fehlen. S. C. stand wie Pontecagnano der Villanova-Kultur nahe, i…

Salakia

(77 words)

Author(s): Börm, Henning (Kiel)
[English version] (Σαλακία). Jungfrau aus Ophionis (ihr Name ist vielleicht vom Salbakosgebirge abgeleitet) die nach einer aitiologischen Legende während einer Apollonprozession ein Kästchen mit Kuchen in Form von Leier, Pfeil und Bogen, typischen Insignien des Gottes also, transportiert. Der Wind entreißt ihr die Opfergabe und weht sie hinaus aufs Meer, das sie zur lykischen Chersonnesos bei Patara trägt. Ein “Flüchtling aus S.” findet und opfert sie dort (Steph. Byz. s. v. Πάταρα). Börm, Henning (Kiel)

Salamander

(336 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] (σαλαμάνδρα aus dem Persischen, lat. salamandra, früh mit dem Gecko, lat. stellio, identifiziert), verm. der schwarze, mit großen gelben Flecken versehene nachtaktive Feuer-S. Salamandra salamandra aus der Amphibien-Ordnung der Schwanzlurche (Urodela). Die gelbe Fleckung führte zu dem Aberglauben, er könne aufgrund seiner Kälte nicht nur im Feuer leben (z. B. Aug. civ. 21,4), sondern lösche dieses sogar aus (Aristot. hist. an. 5,19,552b 15-17; Plin. nat. 10,188; Geop. 15,1,34; vgl. Theophr.…

Salambo

(181 words)

Author(s): Müller, Hans-Peter (Münster)
[English version] (Σαλαμβώ). S. ist eine der um den sterbenden Vegetationsgott Adonis trauernden Göttinnen, eine Variante der syro-phöniz. Astarte. Hesychios s. v. Σαλαμβώ nennt sie ‘die Aphrodite bei (den) Babyloniern’; zu ihrer Rolle bei dem Hochsommerfest der Adonien vgl. Etym. m. s. v. Σ.), ferner SHA Heliog. 7,3, Acta Sanctorum Bollandia zum 19. Juli (p. 585 Florez) und Breviarium Eborense [1. 332 f.]. Eine phöniz. Erwähnung der S. steckt hinter der Wendung mqdš bt ṣdmbl (“das Heiligste des Tempels der S.”), auf einer Inschr. aus Gaulos (heute Gozo bei Malta, K…

Salaminia

(232 words)

Author(s): Rutherford, Ian C. (Reading)
[English version] (Σαλαμινία). Eines der beiden in klass. Zeit belegten athenischen, von Festgesandten ( theōroí) benutzten benutzten Gesandtschaftsschiffe ( theōrídes); das andere war die Paralos [1; 2. 153 ff.]. Die S. wurde kurz vor der Abfassung der ps.-aristotelischen Athenaíōn politeía im 4. Jh. v. Chr. durch die Ammonia ersetzt; in dem Wechsel zeigt sich vermutlich die Bed. des Zeus-Ammon-Orakels in dieser Zeit. Spätere athenische Gesandtschaftsschiffe waren die Demetrias, die Antigonis und die Ptolemais (Aristot. Ath. pol. 6…

Salaminioi

(195 words)

Author(s): Lohmann, Hans (Bochum)
[English version] (Σαλαμίνιοι). Att. génos aus Salamis [5], das sich in die “S. der sieben Phylen” und die “S. in Sunion” gliederte und im 4. Jh. v. Chr. vornehmlich als Kultverband faßbar ist, der einige der ältesten Kulte der Polis versah (Athena Skiras, Aglauros, Pandrosos, Ge Kurotrophos u. a.). Beide Zweige besaßen Heiligtümer des Herakles, eines in Sunion, das andere “am Porthmos”, d. h. an der Meerenge von Salamis ([4]; anders [1; 2; 3]), wo sich neben Phaleron und Athen die Kulttätigkeit der S. konzentrierte. Lohmann, Hans (Bochum) Bibliography 1 W. S. Ferguson, The S. of Hep…

Salamis

(1,014 words)

Author(s): Külzer, Andreas (Wien) | Senff, Reinhard (Bochum)
(Σαλαμίς). [English version] [1] Größte Insel im Saronischen Golf Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet: Attischer Seebund | Bildung | Dunkle Jahrhunderte | Naturkatastrophen | Perserkriege Größte Insel (93 km2) im Saronischen Golf (Saronikos Kolpos), mit stark gegliedertem Küstenverlauf, an der engsten Stelle 0,5 km von der att. Küste entfernt; drei gebirgige Hauptmassive mit zwischengelagerten hügeligen Senken, auf dem mittleren Massiv (h. Mavrovuni) liegen die höchsten Erhebungen (366 m H). Urspr. hieß die Inse…

Salamis 

(5 words)

s. Schlachtorte

Salampsio

(100 words)

Author(s): Wandrey, Irina (Berlin)
[English version] (von hebr. šelōmṣiyōn, aram. Kurzform Šelamṣah, “Friede Zions”; griech. Σαλαμψιώ). Die älteste Tochter Herodes' [1] d.Gr. und seiner hasmonäischen Frau Mariamme [1]; geb. ca. 33 v. Chr. Nachdem Herodes' Bruder Pheroras die Eheschließung mit ihr abgelehnt hatte, heiratete sie nach 20 v. Chr. ihren Cousin Phasael II., Sohn Phasaels [1] I., mit dem sie fünf Kinder (Herodes IV., Alexandros III., Antipatros IV., Alexandra und Kypros III.) hatte (Ios. ant. Iud. 16,7,6; 17,1,3; 18,5,4). Wandrey, Irina (Berlin) Bibliography N. Kokkinos, The Herodian Dynasty. …

Salarium

(156 words)

Author(s): de Libero, Loretana (Hamburg)
[English version] urspr. das “Salzgeld” (Plin. nat. 31,89), hieß die reguläre Unkostenvergütung (“Salär”) für die in der kaiserl. Staatsverwaltung außerhalb Roms tätigen Magistrate senatorischen und ritterlichen Standes (z. B. Cass. Dio 53,15,5). Der Gehaltssatz eines Proconsuls, das s. proconsulare (Tac. Agr. 42,2), betrug beispielsweise z.Z. des Kaisers Macrinus (217/8 n. Chr.) 1 Mio Sesterze pro Jahr (Cass. Dio 78,22,5). Die comites ( comes ) des Statthalters und des princeps erhielten ebenfalls ein s. (Suet. Tib. 46; Dig. 1,22,4 u.ö.). Verarmte Senatoren von hoh…
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