Der Neue Pauly Supplemente I Online - Band 5: Mythenrezeption: Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart

Pomona

(2,442 words)

Author(s): Leuker, Tobias
A. Mythos P., die röm. Göttin der Obstbäume, hat kein griech. Pendant. Ovid (Ov. met. 14,622–771) beschreibt sie als keusche Baumnymphe, die zur Zeit des Albanerkönigs Procas lebt, und erzählt, wie sie von zahlreichen dei agresti (ländlichen Göttern), darunter Silen (Silen, Satyr) und Priapus, umworben wird, am drängendsten aber von Vertumnus (= V.), der, wie sein von vertere (›wenden‹) abgeleiteter Name besagt, fähig ist, jede beliebige Gestalt anzunehmen. Nachdem V. sich P.s Garten in diversen männlichen personae (als Schnitter, Ackerbauer, Gärtner oder Winzer, Soldat…

Poseidon

(2,732 words)

Author(s): Lauffer, Ines
(Ποσειδών, lat. Neptunus) A. Mythos P. gilt als Olympischer Gott des Meeres, der Erdbeben und der Pferde (Hom.h. 22; Paus. 7,21,7 ff.). Als Sohn des Kronos und der Rhea wird er – wie auch seine Geschwister – vom Vater verschlungen. Nur Zeus überlebt und zwingt Kronos, die Kinder wieder auszuspeien (Hes.theog. 453 ff.). Gemeinsam mit seinen Geschwistern kämpft P. siegreich gegen den Vater und die Titanen um die Weltherrschaft; dabei führt er den Dreizack als Waffe (Apollod. 1,5–8; Hes. theog. 630). Be…

Prometheus

(11,818 words)

Author(s): Theisohn, Philipp
(Πϱομηθεύς, lat. Prometheus) A. Mythos P. ist der Sohn des Titanen Iapetos und der Okeanide Klymene, Bruder des Menoitios, des Atlas und des Epimetheus. Er gilt als Schöpfer der Menschen, die er aus Wasser und Erde geformt haben soll (Ov. met. 1,82). Als Sachwalter der Menschheit tritt P. erstmals beim Opferbetrug von Mekone auf: Aus dem Fleisch eines Opferstieres bildet er zwei Haufen, von denen der erste aus dem Fleisch und den Innereien, der zweite aus den Knochen besteht. P. bedeckt die ertragrei…

Psyche

(5,902 words)

Author(s): Steigerwald, Jörn
(Ψυχή, lat. Psyche) A. Mythos P. ist die weibliche Hauptfigur des in die Metamorphosen, den lat. Roman des Apuleius (2. Jh. n. Chr.), eingelegten Märchens Amor und Psyche (Apul. met. 4,28–6,24). P., die jüngste von drei Königstöchtern, wird aufgrund ihrer außerordentlichen Schönheit von aller Welt verehrt, so daß sie als neue, irdische Repräsentantin der Göttin der Liebe angesehen und der Kult der Venus (Aphrodite) vernachlässigt wird. Das erzürnt Venus derart, daß sie beschließt, sich an P. zu rächen, indem sie ihren Soh…