Der Neue Pauly Supplemente I Online - Band 5: Mythenrezeption: Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart

Kadmos

(1,946 words)

Author(s): Wogenstein, Sebastian
(Κάδμος; lat. Cadmus) A. Mythos K. ist der Sohn des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa, Bruder des Kilix, Phoinix und der Europa, Gatte der Harmonia, Vater der Agaue, Autonoë, Ino, Semele und des Polydoros (Hom. Od. 5,333; Hes. theog. 937, 975–978) sowie Großvater des Dionysos. Auf Agenors Befehl begibt sich K. auf die Suche nach der von Zeus entführten Schwester Europa (Eur. Phoen. 638–675). Nach dem Spruch des delphischen Orakels, das K. um Rat fragt, folgt er einer Kuh, um an dem Ort, a…

Kassandra

(2,013 words)

Author(s): Tauber, Christine
(Κασσάνδϱα, Κασάνδϱα, Κασσάνδϱη, lat. Cassandra) A. Mythos K. ist die Tochter des trojanischen Königs Priamos und der Hekabe. Sie erhält von Apollon die Sehergabe; als sie sich ihm sexuell verweigert, bewirkt er, daß niemand ihren (zumeist negativen) Prophezeiungen Glauben schenkt (Aischyl. Ag. 1056 ff.; Apollod. 3,151; Hyg. fab. 93), so bei der Einholung des Hölzernen Pferdes (Verg. Aen. 2,246 ff.; Apollod. epit. 5,17; Hyg. fab. 108). Bei der Eroberung Trojas reißt der lokrische Aias (B. 2.) die Schut…

Kastor und Polydeukes

(1,755 words)

Author(s): Dickhaut, Kirsten
(Κάστωϱ, Πολυδεύκης, lat. Castor, Pollux; Διόσκουϱοι/Διόσκοϱοι (Dióskuroi/Dióskoroi), lat. Dioscuri, Castores, Tyndarides) A. Mythos K. und P. sind ionischer Herkunft und auch als Dioskuren (= D.; »Söhne des Zeus«) bekannt. In manchen Texten gilt nur der Faustkämpfer P. als unsterblich, der Roßbändiger K. dagegen als sterblich. In zwei Homerischen Hymnen an die D. ist von zwei Vätern, Zeus und dem Spartanerkönig Tyndareos, die Rede (Hom. h. 17,1–5; 33,3 und 9). Ihre Mutter Leda empfängt die Zwillinge von Zeus in Gestalt eines Schwans (Apoll. …

Kentauren

(2,310 words)

Author(s): Leuker, Tobias
(Κένταυϱοι, lat. Centauri) A. Mythos Die K., Mischwesen, deren Körper vom Scheitel bis zum Nabel Männern, weiter abwärts Hengsten gleicht, gelten mit Ausnahme von Pholos (Ph.) und Cheiron (Ch.) als Söhne des Ixion und der Nephele (›Wolke‹). Diese nahm auf Geheiß des Zeus die Gestalt Heras an, nach der es Ixion gelüstete. Ph., Sohn des Seilenos (Silen, Satyr) und einer Nymphe, und Ch., Sproß des Kronos und der Philyra, fallen als einzige K. nicht durch Wildheit, Trunkenheit, Zügellosigkeit etc. auf. P…

Kephalos und Prokris

(3,186 words)

Author(s): Leuker, Tobias
(Κέφαλος, Πϱόκϱις; lat. Cephalus, Procris) A. Mythos Am wichtigsten für die nachantike Fortune des K.und P.stoffes sind die beiden nahezu deckungsgleichen Versionen Ovids (Ov. met. 7,687-756 und 794-862; Ov.ars 3,683–746): C. ist seit kurzem vermählt mit P., der Tochter des Athenerkönigs Erechtheus, da verliebt sich Aurora (Eos) in ihn und versucht, ihn zu verführen. Als ihre Avancen erfolglos bleiben, läßt sie C. gehen, sagt ihm aber, daß er seine Hochzeit mit P. einst bereuen werde. C. fürchtet, daß …