Der Neue Pauly Supplemente I Online - Band 3: Historischer Atlas der antiken Welt

Get access Subject: Classical Studies

Covering the 3rd millennium BC until the 15th century AD, this new atlas of the ancient world illustrates the political, economic, social and cultural developments in the ancient Near East, the Mediterranean world, the Byzantine Empire, the Islamic world and the Holy Roman Empire. The atlas has 170 large color maps that document the main historical developments. Each map is accompanied by a text that outlines the main historical developments. These texts include bibliographies and 65 additional maps, tables and stemmata that provide further elucidation.

Information: Brill.com

Das Achaimenidenreich (6.– 4. Jh. v. Chr.)

(1,479 words)

Das Achaimenidenreich war nicht nur das erste persische Großreich; unter der Herrschaft der Teispiden (Könige vor Dareios I.) bzw. Achaimeniden (ab Dareios I.) vereinte es auch erstmalig den gesamten Vorderen Orient und hielt ihn im Wesentlichen friedlich zusammen. Es hatte Bestand von ca. 550 (Eroberung des Mederreiches) bis 330 v. Chr., als es selbst von Alexander d.Gr. eingenommen wurde. Die Perser schufen eine vorbildliche Infrastruktur (Straßennetz, einheitliche Währung, Amtssprache) und straffe, langlebige Verwaltungsstrukturen. I. Die Ausdehnung des Reiches un…

Das Ausgreifen Roms auf Etrurien und Umbrien bis zur lex Iulia (4. Jh. bis 90/88 v. Chr.)

(1,536 words)

Kartiert wurden wesentliche Aspekte des Ausgreifens Roms in der Zeit vom 4. bis zum Anfang des 1. Jh. v. Chr. in die Gebiete der etruskischen und faliskischen Städte sowie den umbrischen Siedlungsraum, der erst in letzter Zeit in der Forschung stärkere Berücksichtigung gefunden hat. Der Beginn dieses Expansionsprozesses in den Landschaften Etrurien und Umbrien lässt sich an den kriegerischen Auseinandersetzungen (434–396 v. Chr.) zwischen dem latinischen Fidenae, Veiis Brückenkopf am Tiber (erob…

Das Bosporanische Reich vom 5. Jh. v. Chr. bis 1. Jh. n. Chr.

(960 words)

In dem im Wesentlichen skythisch besiedelten Raum des nordöstlichen Schwarzmeergebiets (vgl. auch Karte C) etablierte sich nach der Kolonisationsphase ab dem 7./6. Jh. v. Chr. durch vor allem kleinasiatische Griechen (u. a. evtl. auf Druck der Lyder, später der Perser) das sog. Bosporanische Reich, ein Zusammenschluss griechischer Städte zu beiden Seiten des Kimmerischen Bosporos/Straße von Kerč, auf der Taurischen Chersonesos/Krim bzw. der östlich gegenüberliegenden Taman-Halbinsel und südlich der Maiotis/des Asowschen Meers unter Führung von Pantikapaion. Dieses Bünd…

Das Byzantinische Reich unter Basileios II. (976–1025)

(1,342 words)

Unter Basileios II., dem Sohn Romanos’ II., einem Kaiser der seit 867 regierenden makedonischen Dynastie, erreichte das Byzantinische Reich innenpolitisch die Konsolidierung, die außenpolitisch eine Machtentfaltung wie zuvor nur unter Iustinian I. ermöglichte. Basileios II. lebte wie sein Bruder Konstantinos VIII. nach dem frühen Tod des Vaters Romanos’ II. 963 im Schatten dynastiefremder Kaiser, des Nikephoros II. Phokas (963–969) und des Johannes I. Tzimiskes (969–976). Nach dessen Tod führte …

Das Byzantinische Reich unter den Palaiologen (1261–1453)

(1,517 words)

Die Regierungszeiten der Palaiologenkaiser und der Herrscher des Hauses Osman → S. 264 I. Konstantinopel unter Michael VIII. und Andronikos II. Durch die Rückgewinnung von Konstantinopolis am 26. Juli 1261 erhielt der byzantinische Staat von Nikaia (→ Karte S. 251) sein angestrebtes Zentrum. Mit der Vertreibung des lateinischen Kaisers Balduin II. war aber die Gefahr aus dem Westen nicht gebannt. Karl von Anjou, König von Neapel und Sizilien, schloss mit dem Exulanten Balduin ein Bündnis (27. Mai 1267), um diesen na…

Das etruskische Kernland: Entstehung (8.–7. Jh. v. Chr.) sowie Blüte- und Krisenzeit (6.–4./3. Jh. v. Chr.) der etruskischen Städte

(1,476 words)

Von den Völkern Altitaliens standen besonders die Etrusker und ihre Kultur aufgrund des hohen Zivilisationsgrades schon früh im Blick von Reisenden und Forschung. Als Einzige der Italiker waren sie im überseeischen Handel tätig, und sie sind trotz der problematischen Quellenlage historisch am besten fassbar. Die Frage ihrer Herkunft und Einwanderung wird seit der Antike kontrovers diskutiert (u. a. Hdt. 1,94; Dion. Hal. ant. 1,30), ebenso die der Ethnogenese, die nach neuerer Forschung vermutlich zu Anfang der Villanovazeit (um 900/9. Jh.…

Das Hethitische Großreich »Ḫattusa« im 13. Jh. v. Chr.

(1,106 words)

Den im 3. Jt. v. Chr. im Bereich des inneren Halysbogens nachzuweisenden Hethitern gelang es ab dem Ende des 18. Jh., einen Territorialstaat zu bilden, für den bereits die spezifisch hethitische Herrschaftsorganisation kennzeichnend war, bei der König und königliche Sippe gleichermaßen politische Verantwortung trugen. Zugleich stellt das Hethitische Reich und besonders das sog. Großreich (14./13. Jh.) die einzige ausgedehnte Flächenstaatsbildung auf kleinasiatischem Boden vor dem Achaimenidenreich des 6. Jh. dar. Wenn auch die Entwicklung nicht kontinuierlich verl…

Das Imperium Romanum zur Zeit des Septimius Severus (193–211 n. Chr.)

(1,242 words)

Septimius Severus war als Herrscher ganz wesentlich durch sein langes Ringen um den Thron geprägt – von seiner Akklamation zum Kaiser im April 193 durch die pannonischen Truppen in Carnuntum, wo er seit 191 als legatus Augusti pro praetore von Pannonia Superior residierte, bis zu seiner reichsweiten Anerkennung nach dem Sieg über Clodius Albinus bei Lugdunum am 19. Februar 197 waren nahezu vier Jahre vergangen. Die Lehren, die er in dieser Zeit empfangen hat, haben in vielen seiner Regierungsmaßnahmen Spuren hinterlassen. Man sollte…

Das Palmyrenische Sonderreich (250–272 n. Chr.)

(1,568 words)

Eine in die Wüste eingebettete Senke mit fruchtbaren Gebieten wurde in Übertragung einer ägyptischen Bezeichnung von den Griechen óasis genannt; eine solche Oase war auch Palmyra. Sie liegt im Zentrum des sogenannten fruchtbaren Halbmonds ( fertile crescent; der Orientalist J. H. Breasted, 1865–1935, prägte den Begriff), womit die von Gebirgsland (Libanos, Antilibanos, Antitauros, Zagros) umgebenen, im Regenfeldbau, also ohne künstliche Bewässerung nutzbaren Steppengebiete im heutigen Jordanien, Israel, dem Libanon, Syrien und Irak bez…

Das Pergamenische Königreich der Attaliden (241 bis ca. 185 v. Chr.)

(837 words)

Als Pergamenisches Reich oder Reich der Attaliden bezeichnet man ein seit 281 v. Chr. ständig wachsendes, im 2. Jh. in seinem Bestand erheblich schwankendes Gebiet in Kleinasien mit dem Zentrum in der Festungsstadt Pergamon. Das Reich, anfänglich eine Dynastenherrschaft (Philetairos, Eumenes I.) mit Duldung der Seleukiden, wurde mit der Annahme des Königstitels durch Attalos I. etwa im Jahre 238 (Herrscherjahre 241–197) zu einem Königreich (Karte A und B), das zur Zeit seiner größten Ausdehnung …

Das Reich der Arsakiden im 1. und 2. Jh. n. Chr. (bis 224 n. Chr.)

(1,275 words)

Die Parther – oder nach dem Namen der regierenden Dynastie die Arsakiden –, die vom 3. Jh. v. Chr. an im heutigen Iran in der Nachfolge der Seleukiden ein Reich aufbauten, das große Teile Mesopotamiens, des südöstlichen Mittelasiens und einiger angrenzender Randgebiete umfasste, stellten das Bindeglied zwischen der griechisch-römischen Welt und Mittelasien (und China) dar, wobei viele Details aufgrund der schlechten Überlieferungslage unklar bleiben müssen. In das Blickfeld Roms gerieten die Par…

Das Römische Reich im Bürgerkrieg 44–30 v. Chr.

(1,614 words)

I. Am 27. November 43 v. Chr. wurden aufgrund der lex Titia die Prokonsuln M. Aemilius Lepidus und M. Antonius sowie C. Iulius Caesar (der Junge Caesar), der am 19. August desselben Jahres zum consul suffectus gewählt worden war, für fünf Jahre, also bis Ende des Jahres 38, mit einem konsularischen Imperium und dem Auftrag ausgestattet, den Staat neu zu ordnen ( triumviri rei publicae constituendae). In dieser Funktion erließen sie umfangreiche Proskriptionen, denen u.a. auch Cicero am 7. Dezember 43 zum Opfer fiel, bestimmten 18 italische Städte, die von ihr…

Das Römische Reich im Bürgerkrieg 49–45 v. Chr.

(1,427 words)

Über die Ursachen und Anlässe von Kriegen wird seit Thukydides immer wieder kontrovers diskutiert; das ist auch der Fall bei dem Bürgerkrieg, den Caesar herbeigeführt hat. Eine zentrale Ursache für diesen Krieg war wohl der Umstand, dass Caesar in der Auseinandersetzung mit seinen Gegnern im Senat und mit Pompeius Gefahr lief, seine politische Existenz und infolgedessen seine dignitas zu verlieren. Den Anlass zu diesem Krieg bot hingegen das senatus consultum ultimum, das der Senat am 7. Januar 49 v. Chr. gefasst hatte, um den Prokonsul zur Entlassung seines Heere…

Das Römische Reich unter Iustinian (527–565)

(1,586 words)

Gut vorbereitet auf die Regierungsgeschäfte hatte Iustinus I. (518–527) seinen Neffen Iustinianus, als dieser nach seinem Tod die Herrschaft antrat. Iustinian (527–565) hat seine lange Regierungszeit mit Energie und Ausdauer genutzt. Die in der Tradition des Thukydides auf die militärischen Aspekte einer Staatsführung, also die Außenpolitik orientierte Geschichtsschreibung lässt auch für Iustinian die Leistungen für die Staatsverwaltung nicht gebührend hervortreten. Sein Bemühen um eine geordnete Finanzpoli…

Das Sāsānidenreich (224– 651 n. Chr.)

(1,346 words)

I. Die politische Entwicklung 1. Das Verhältnis zu Rom Die Heimat der nach ihrem Dynastiegründer Sāsān benannten Sāsāniden war die Landschaft Pārsa (griech. Persis) nördlich des Persischen Golfs, genauer der Ort Staḫr. Der Zusammenhang zwischen Sāsān und Papak, dem Vater des Reichsgründers Ardaschir I., lässt sich nicht sichern. Mit der Erhebung Ardaschirs zum Fürsten von Staḫr setzt die eigentliche Reichsgeschichte der Sāsāniden, der Dynastie wie auch der in ihrem Reich lebenden Iraner bzw. Perser, zu Anfang des 3. Jh. ein. Es war ein Aufstand gegen den Partherkönig Artaba…

Der 1. und der 2. Punische Krieg

(985 words)

Die Karten behandeln die militärischen Auseinandersetzungen im 1. und 2. Punischen Krieg zwischen Rom und Karthago um die Vormacht im westlichen Mittelmeerraum. Waren bis 264 v. Chr. die Beziehungen zwischen den beiden Mächten von einer friedlichen Koexistenz geprägt, die jeweiligen Interessensphären durch mehrere Verträge (509 v. Chr., mehrere im 4. Jh.) genau definiert, so änderte sich die Situation radikal durch einen Konflikt um die Stadt Messana auf Sizilien, der vor allem ein Ergebnis der …

Der Ägäisraum in der Bronzezeit

(1,272 words)

In der Antike wirkte das Ägäische Meer für seine Anrainer Makedonien, Griechenland, Kreta, die kleinasiatische Westküste und den altbalkanischen Raum im Norden verbindend und nicht – wie in der Moderne – trennend. In der ägäischen Bronzezeit (ca. 2700 bis ca. 1200 v. Chr.) und in der darauf folgenden frühen Eisenzeit (ca. 1200 bis ca. 9. Jh. v. Chr.) verbreiteten sich vielfach Kulturgut und Ideen über die Seewege, so dass man jeweils von der Existenz einer »ägäischen Koine« sprechen kann – wie d…

Der Alte Orient im 15.–13. Jh. v. Chr.

(1,171 words)

Die beiden Haupt- und die Nebenkarte versuchen, die überaus komplexe politische Situation der östlichen Mittelmeerwelt und des Vorderen Orients während der Spätbronzezeit (ca. 1500–1200 v. Chr.) wiederzugeben. Karte A zeigt dabei die Verhältnisse vor der Zerstörung des Mittani-Reiches durch die Hethiter um 1350 v. Chr., während Karte B die sich aus diesem Ereignis ergebende und bis 1200 v. Chr. stabile Konstellation darstellt. Die Nebenkarte hat die historische Geographie Syriens und der Levante, der Kontaktzone zwischen den Großreichen dieser Zeit, zum Gegenstand. I. Der Al…

Der Alte Orient im 17. und 16. Jh. v. Chr

(1,063 words)

Die beiden Teilkarten A und B werfen schlaglichtartig ein Bild auf die politischen Verhältnisse während der »altbabylonischen Zeit«. Diese Periode, die nach einer Entwicklungsstufe des babylonischen Dialektes der akkadischen Sprache benannt ist, umfasst die erste Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. Sie setzt nach dem Untergang des »neusumerischen« Reiches der III. Dynastie von Ur im 20. Jh. v. Chr. ein und endet mit der gewaltsamen Eroberung und Zerstörung der Stadt Bābilim/Babylon durch die Heth…

Der Attisch-Delische Seebund (478–404 v. Chr.)

(1,258 words)

Unter dem Attisch-Delischen Seebund (auch: attische Symmachie, antik: »die Athener und ihre Bundesgenossen«) versteht die Forschung ein von Athen nach den Perserkriegen des 5. Jh. v. Chr. ins Leben gerufenes ständiges Bündnis – nominell zusammen mit den Ionern, aber nicht auf sie beschränkt – zunächst freier, selbständiger Mitglieder (Thuk. 1,96–97 u.ö.) unter athenischer Führung zur weiteren Abwehr der Persergefahr und zur Verteidigung der Freiheit besonders der kleinasiatisch-griechischen Städte. Sparta, das zuvor schon die Führung des Hellenenbundes an Athen …
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